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VEREIN DER FREUNDE UND FÖRDERER DES KLOSTERS DOBERAN E.V.

• KLOSTERANLAGE •
Übersichtsplan
Luftbild
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1 – Das Münster

Die Abteikirche Doberan ist eines der bedeutendsten Werke der Hochgotik, ausgeführt in Backstein. Französischer Einfluss kommt hier unmittelbar zur Wirkung. Die Kirche ist eine mit Kreuzrippen gewölbte dreischiffige Basilika mit zweischiffigem Querhaus, dessen Gesamtgewölbe von je einem schlanken Zentralpfeiler getragen werden. Reste des romanischen Vorgängerbaues sind in den um Ende des 13. Jh. begonnenen und 1368 geweihten Neubau einbezogen. Die einzigartige Architektur und die überaus reiche Ausstattung machen das Münster zu einem Gesamtkunstwerk, errichtet zum Lobe Gottes. Der Hochaltar (1310), der zweiseitige Kreuzaltar des Meisters Bertram von Minden (ca. 1370), ein Mühlenaltar und weitere Retabeln und Tafeln, die Reliefschnitzerei des erhaltenen Gestühls, eindrucksvolle Grabtafeln, der Schmuck der Pfeiler, Konsolen und des Triforiums, die Fenster - alles bezeugt den Glauben der Schöpfer und steht im Dienst der Anbetung und Verkündigung.

 

Nordansicht

Ostansicht

Südansicht

Westansicht

2 – Der Kreuzgang und das Klausurgebäude

Schon ab 1648 begann die Abtragung mehrerer Klostergebäude. Letztendlich blieb vom Kreuzgang nur ein Rest des Ostflügels erhalten. Fundamente des Kreuzganges und der Klausurgebäude wurden durch Grabungen bezeugt. Der erhaltene romanische Kreuzgangrest, der in den vergangenen Jahrhunderten mehrere Restaurierungsphasen erlebte, wurde 2008 erstmals auch unter Bodenniveau saniert. Ein flaches Pultdach über den Mauerkronen schützt nun das Mauerwerk.

 

3 – Der Mönchsfriedhof

Nördlich der Totenpforte des Münsters liegt der Mönchsfriedhof, gegenwärtig nur noch an der leichten Erhöhung des Bodens zu erkennen. Er ist auch heute ein Bereich der Stille und des Gedenkens. An der östlichen Klostermauer wurde im 18. Jahrhundert ein weiterer Friedhof angelegt.

 

Hier war ehemals der Mönchsfriedhof

4 – Das Beinhaus

Aus der Mitte des 13. Jahrhunderts stammt der achtseitige schlanke Backsteinbau an der Nord-Ost-Seite der später errichteten Kirche. Dieser auch Michaelskapelle genannte Karner diente mit seiner Krypta zur Aufbewahrung der Gebeine verstorbener Brüder, die bei Neubelegung ihrer Gräber hier die letzte Ruhestätte fanden. Im norddeutschen Raum ist dieser Bau - neben dem in Hardehausen bei Paderborn - das einzige Exemplar seiner Art. Rundstäbe und das Mauerwerk, im Wechsel aus glasierten und unglasierten Ziegel errichtet, weisen auf seine frühromanische Prägung hin. Über dem Portal befindet sich eine Backsteinrosette. Ein Rundbogenfries schmückt die Wandflächen über den Fenstern. Früher hing das Totenlicht in einer steinernen Laterne auf dem Dach. In der Kapelle zeigt eine Stele den Stammbaum des Klosters Doberan.

 

Das Beinhaus

Eingangspforte

5 – Die Klostermauer

Etwa zwischen 1283 und 1290 wird die 1,4 km lange Ringmauer errichtet. Die Kirchberg'sche Reimchronik schreibt über Abt Konrad d. lll: »... und daz Clostir ummemuren.« Durchschnittlich 2,50 m ist die Mauer hoch und ist bis heute fast vollständig erhalten. Sie wurde in einem Zuge in gleicher Technik gebaut und überwindet auf weiten Strecken moorigen Untergrund. Im 19. Jahrhundert wurde die Mauer teilweise erneuert. Auch gegenwärtig laufen Arbeiten zur Ausbesserung und Rekonstruktion. Nirgends sonst ist eine Backstein-Klostermauer in solcher Stärke und Länge so vollständig erhalten

 

Östliche Klostermauer

Am Althöfer Bach

6 – Die Tore

Vier Tore gewähren Zugang zum Klostergelände und ermöglichen die Durchfahrt. Das Haupttor, mit dem Pförtnerhaus und der ehemaligen Torkapelle verbunden, weist eine breitere Durchfahrt und einen schmalen Durchgang auf. Ähnlich ist das Südtor gestaltet, nur fehlt hier eine schmückende Bekrönung. Das Grüne Tor ist in seiner jetzigen Gestalt späteren Datums. Die breite Ostzufahrt stammt aus dem 18. Jahrhundert (1795). Unweit des Südtors befindet sich das Mühlentor, wahrscheinlich der Durchgang zur Anlieferung des Getreides. Niedrige Bögen in der Mauer dienen dem Durchfluss der Bäche.

 

Historische Ansicht Haupttor

Haupttor

Haupttor mit Pförtnerhaus

Historische Ansicht Südtor

 

Südtor

Grünes Tor

Nordtor

Mühlentor

7 – Die Backhausmühle mit Speicher

Das imposante Hauptgebäude ist in Nord-Süd-Richtung angelegt, dreischiffig mit innen 3 Geschossen und einst 3 weiteren Speicherböden. Das östliche Schiff war zweigeschossig, die westliche Seite eingeschossig und schon seit dem 19.Jahrhundert ohne Dach. Seit einer Brandstiftung ist der zuletzt als Betriebsgaststätte genutzte Bau im nördlichen Bereich eine offene Ruine. Ein Notdach schützt den Südbereich. Prächtig sind die Nord- und Südgiebel des Hauptbaues gestaltet: Spitz- und Segmentbogenfenster mit Rahmenblenden, Kleeblattfriese am Fusse der Giebel gliedern und schmücken die Flächen. Westlich schliesst sich das Mühlenhaus an. Sein Giebel wird durch gestaffelte Spitzbogenblenden über Kleeblattbogenfries geprägt. An der Nord- und Südwand des Mühlenhauses erkennt man die Durchlässe für den einst das Mühlrad antreibenden Mühlbach. In einem künstlich erhöhten Bett wird er von Süden herangeführt und noch heute durch das Gebäude geleitet. Im Inneren beider Gebäude befanden sich einst außer der Mühle die Mälzerei und die Brauerei sowie Speicher-, Arbeits- und Wohnräume. Das im Mühlhaus zu Deckenbalken verarbeitete Holz wurde, wie drendrologische Untersuchungen ergaben, 1283 gefällt. Mit der Initiative „Ein neues Dach für neues Leben“ will der Klosterverein dazu beitragen, die Sanierung des Gebäudes in absehbarer Zeit zu beginnen. Als erster Schritt soll ein Dach errichtet werden, das den alten Mauern Schutz gewährt und zugleich vielfältige Möglichkeiten offen lässt für den weiteren Ausbau des Gebäudes

 

Historische Ansicht

Wirtschaftshaus

Wirtschaftshaus, Blick von Westen

Wirtschaftshaus, innen

8 – Das Kornhaus

Das Kornhaus wurde um 1270/80 als dreigeschossiger Backsteinbau für Speicherzwecke errichtet. Das Haus enthielt ursprünglich 6 Speicherebenen. Im 17. Jahrhundert wurde das Gebäude in seinem Ostteil verkürzt. Aus dieser Zeit stammt der ungegliederte Ostgiebel. Der Westgiebel und die Längsseiten sind durch Spitzbogenblenden gegliedert, die bis unter das Hauptgesims reichen. Im 19. Jahrhundert wurde das Kornhaus zu einem zweigeschossigen Schulhaus umgestaltet. Heute ist es eine Jugend- und Freizeitstätte in Regie des Kornhausvereins. Von Oktober 2009 bis Mai 2011 erfolgte eine umfassende Instandsetzung und Modernisierung. Die vorhandene Gebäudestruktur wurde weitestgehend erhalten, jedoch erforderte der Einbau eines Treppenhauses samt Aufzug einen Eingriff in die Bausubstanz. Dank dieser Baumaßnahmen konnte das Angebot im Kornhaus verbessert und erweitert werden.

 

Historische Ansicht Kornhaus

Kornhaus nach der Restaurierung

Kornhaus, Südansicht

9 – Das Gästehaus

Im nordwestlichen Bereich der Klosteranlage, abseits vom Wirtschaftshof des Klosters steht die Ruine der Wollscheune, im Volksmund Wolfsscheune genannt. Schon seit dem 18. Jahrhundert verfiel das Gebäude langsam und besteht jetzt aus einer Längswand und den beiden Giebeln. Es wird vermutet, dass hier vornehme Gäste des Klosters beherbergt wurden. Allerdings wird von Fachleuten auch die Nutzung als Klosterhospital diskutiert. Als letzte Nutzung ist eine Wollmanufaktur bis 1767 bekannt.

 

Wollscheune von Süden

Wollscheune, östlicher Giebel

10 – Der Klostergarten (hortulus doberaniensis)

Genaue Überlieferungen zum Standort, zur Größe und zum Pflanzenspektrum des Doberaner Klostergartens existieren nicht. Es ist aber anzunehmen, dass es einen Kräutergarten innerhalb der Klostermauern gegeben hat, da die Zisterzienser großen Wert auf den Anbau von Pflanzen in unmittelbarer Nähe für die eigene Ernährung und für Heilzwecke legten.
Zur Belebung des Klosterareals bestand bei vielen Doberanern, die sich für den Erhalt und die Rekonstruktion einsetzen, der Wunsch, ähnlich wie in anderen Klöstern, einen Klostergarten einzurichten. Als geeigneter Platz wurde die Fläche östlich hinter dem Kornhaus ausgewählt. Im Jahr 2002 wurde dann der Klostergarten auf Initiative und unter Mitwirkung des „Vereins der Freunde und Förderer des Klosters Doberan e.V.“ auf der Fläche eines ehemaligen Kleingartens angelegt. Großen Anteil hatte dabei die „Agenda-21-Gruppe“. Die Stadt stellte das Gelände zur Verfügung. Der städtische Bauhof sowie der Verein „Perspektive für die Region e.V.“ leisteten und leisten bei Bedarf tatkräftige Hilfe. Die jetzige Betreuung des Klostergartens liegt hauptsächlich in den Händen des „Kornhausvereins e.V.“ und vieler freiwilliger Helfer der Gartengruppe.
... mehr zum Klostergarten

 

11 – Das Amtshaus

Das Amtshaus wurde Ende des 18. Jahrhunderts als Verwaltungsgebäude errichtet. Das Amtshaus gehört in die Reihe der Gebäude, die etwa ab 1800 in Doberan errichtet wurden, als der Ort mit Heiligendamm Sommerresidenz des mecklenburgischen Herzoghauses wurde. Bis 2001 erfuhr das Gebäude wechselnde Nutzungen, dann begann die Zeit des Leerstandes. Der schlichte stattliche Fachwerkbau mit hohem Mansarddach befindet sich zur Zeit in einem desolaten Zustand. Um einen weiteren Verfall zu verhindern hat die Kirchgemeinde auf einen angestrebten Saalneubau im Küstergarten verzichtet und sich darauf eingestellt, im Amtshaus ein Gemeindezentrum einzurichten.

 

Amtshaus vor der Rekontruktion

Amtshaus von vorn

Amtshaus von hinten

12 – Das Möckelhaus

Der Architekt und Baumeister Gotthilf Ludwig Möckel wurde 1883 mit der Renovierung der Doberaner Kirche beauftragt. Damit war auch die Umsiedlung der Familie Möckel nach Doberan verbunden. Für den Bau einer Villa erhielt der Architekt unentgeltlich ein Grundstück an der Klostermauer, auf dem bis 1888 ein zweigeschossiger Bau mit reich gegliederter Fassade und sehr bewegter Dachgestaltung entstand. 1934 wurde das Gebäude an die Stadt Bad Doberan übergeben zur Nutzung als Museum. Im Möckelhaus hat neben dem Stadt- und Bädermuseum auch das Standesamt der Stadt seinen Sitz.

 

Möckelhaus, heute Museum

Möckelhaus

13 – Das Küsterhaus

Das um 1830 errichtete Küsterhaus ist ein Zeugnis früher Neogotik. Die Bauakten zu diesem Gebäude sind wahrscheinlich 1865 beim Brand des Kollegiengebäudes in Schwerin untergegangen. Einen sicheren Hinweis auf das Küsterhaus gibt es auf einer Ortskarte von Doberan um 1840. Neben dem Münster ist das Küsterhaus zur Zeit das räumliche Zentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Bad Doberans.

 

Küsterhaus

14 – Das Torhaus

Unmittelbar südlich an das Westtor grenzt das Torhaus, das 1763 errichtet wurde. Als nördliche und westliche Außenwände wurde die vorhandene Klostermauer genutzt. Die östliche Außenwand ist der Rest eines älteren Gebäudes, das als Canzley bezeichnet wurde. Vermutlich diente das Torhaus dem Verwalter des herzoglichen Besitzes als Wirtschaftshaus. 2005/2006 wurde eine intensive Instandsetzung durchgeführt. Seitdem wird das Erdgeschoss als Klosterladen genutzt, im Obergeschoss verfügt der Klosterverein über zwei Vereinsräume.

 

Torhaus, Vorderansicht

Torhaus, hinten

15 – Die Backhausmühle

Das große Wirtschaftshaus der Doberaner Zisterzienser wird in einer Urkunde aus dem Jahr 1350 als „Backhausmühle“ bezeichnet – eine Wassermühle mit großem Getreide- und Mehllager sowie einer angeschlossenen Bäckerei (pistrina). Die Kombination aus Mühle und Bäckerei mit dazugehörigen riesigen Speichergebäude war eine klassischen Lösung.

... mehr zur Mühle

 

Hisorischer Abriss
• 1098 • Gründg. v. Citeaux, dem ersten Kloster d. Reformordens d. Zisterzienser
• 1115 • Gründung von Morimond, Tochter von Citeaux
• 1123 • Gründung von Altencamp, Tochter von Morimond
• 1129 • Gründung v. Amelungsborn, Tochter v. Altencamp
• 01.03.117 • Gründung des Klosters Alt-Doberan, Tochter von Amelungsborn
• 10.11.1179 • Zerstörung des Klosters Alt-Doberan, 78 Mönche finden den Tod
• 25.06.1186 • Amelungsborner Mönche gründen das Kloster Doberan an seinem heutigen Platz neu
• 1209 • Doberaner Mönche übernehmen d. Kloster Dargun
• 1210/20 • Aufstellen des Mühlenaltars
• 1219 • Beisetzung von Pribislav im Kloster Doberan, das Kloster wird Grablege für Mecklenburger Herzöge
• 03.10.1232 • Weihe der romanischen Klosterkirche Doberan
• 1243-1252 • Bau des Beinhauses im Kloster Doberan
• 1258 • Gründung des Tochterklosters in Pogutken
• 27.10.1276 • Umsiedlung dieses Tochterklosters nach Pelplin
• 1282/85 • Grabtumba der Königin Margarethe von Dänemark
• 1270-1280 • Bau des Kornhauses
• 1280-1290 • Bau des Wirtschaftsgebäudes
• 1280-1290 • Bau der Ringmauer um das Klostergelände
• um 1290 • Bau der Wollscheune
• 1297 • Gotische Kirche im Rohbau vollendet
• um 1295 • Einbau des Gestühls für Mönche und Konversen
• um 1300 • Fertigstellung des Hochaltarretabels
• um 1300 • Aufstellung des Kelchschrankes
• um 1300 • Glasmalerei der Fenster; mit Mutter Maria, Johannes dem Täufer, Johannes dem Evangelisten
• 1301 • Guss der mittelalterlichen Glocke
• 1309-1337 • „Mönchskrieg“ im Kloster Doberan
• 1368 • Aufstellung der Chorschranke mit Kreuzaltar - Retabel und Triumphkreuz
• 04.06.1368 • Schlussweihe des gotischen Münsters
• um 1370 • Aufstellen des Sakramentsturms
• 1378/79 • Reimchronik des E. von Kirchberg, entstanden im Kloster Doberan
• 1398 • Aufbau der Astronomischen Uhr im Münster
• 20.11.1464 • Redentiner Osterspiel vollendet
• 05.03.1552 • Aufhebung des Klosters Doberan, der letzte Abt Nikolaus Pepperkorn übersiedelt nach Pelplin
• 15.01.1553 • Herzog Ulrich verhindert den Abbruch d. Münsters
• 1583 • Aufstellen des Großen Fürstenepitaphs
• um 1634 • Bau der Grabkapelle des Herzogs Adolf Friedrich
• 1637/38 • Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg
• um 1900 • Ende der Restaurierung durch G. L. Möckel
• 1920 • letzte Beisetzung eines Herzogs (Herzog Adolf)
• 1962-1984 • Generalrestaurierung des Münsters
• seit 2002 • Fortführung von Restaurierungsarbeiten
• ab 2007 • Vorbereiten eines Antrags für die Anerkennung des Klosters Doberan als Weltkulturerbe