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VEREIN DER FREUNDE UND FÖRDERER DES KLOSTERS DOBERAN E.V.

• KLOSTERGARTEN •

Der Klostergarten (hortulus doberaniensis)

Genaue Überlieferungen zum Standort, zur Größe und zum Pflanzenspektrum des Doberaner Klostergartens existieren nicht. Es ist aber anzunehmen, dass es einen Kräutergarten innerhalb der Klostermauern gegeben hat, da die Zisterzienser großen Wert auf den Anbau von Pflanzen in unmittelbarer Nähe für die eigene Ernährung und für Heilzwecke legten. Zur Belebung des Klosterareals bestand bei vielen Doberanern, die sich für den Erhalt und die Rekonstruktion einsetzen, der Wunsch, ähnlich wie in anderen Klöstern, einen Klostergarten einzurichten. Als geeigneter Platz wurde die Fläche östlich hinter dem Kornhaus ausgewählt. Im Jahr 2002 wurde dann der Klostergarten auf Initiative und unter Mitwirkung des „Vereins der Freunde und Förderer des Klosters Doberan e.V.“ auf der Fläche eines ehemaligen Kleingartens angelegt. Großen Anteil hatte dabei die „Agenda-21-Gruppe“. Die Stadt stellte das Gelände zur Verfügung. Der städtische Bauhof sowie der Verein „Perspektive für die Region e.V.“ leisteten und leisten bei Bedarf tatkräftige Hilfe. Die jetzige Betreuung des Klostergartens liegt hauptsächlich in den Händen des „Kornhausvereins e.V.“ und vieler freiwilliger Helfer der Gartengruppe.
Der Bad Doberaner Klostergarten ist keine Nachbildung des St. Gallener Kräutergartens. Vielmehr soll er die Vielfalt der Pflanzen zeigen, die die Zisterzienser als Nutzpflanzen kultivierten. Einige dieser Pflanzen sind bereits im „Sankt Gallener Plan“ (Musterplan einer Klosteranlage; nach 792) und im „hortulus“ (Gedicht über 24 Kräuter; 827) des Abtes Walahfrid Strabo aufgeführt. Dazu gehören Krause Minze, Pfefferminze, Apfelminze, Koriander, Dill, Liebstöckel, Muskateller Salbei, Römischer Kümmel, Meerrettich, Bockshornklee, Madonnen- und Schwertlilie, Frauenminze, Rainfarn , Wilde Malve, Schlüsselblume und Rosen. Für viele Insekten bildet der Klostergarten eine wahre Oase. Eingeschlossen wird er durch eine Brombeerhecke, die durch ein Weidentor unterbrochen ist. Dem Torbereich schließen sich 12 Kastenbeete und ein spitzwinkliger dreieckiger Kasten in Richtung Osten an, die vor allem mit Heil- und Würzpflanzen bepflanzt sind. Zu ihnen zählen Bärlauch, Poleiminze, Kerbel, Baldrian, Eberraute, Estragon, Kümmel, Johanniskraut, Weinraute, Thymian, Ysop, Bohnenkraut, Salbei, Wermut, Beifuß, Malve u.a. Hinter den kleinen Beeten liegt ein langgestrecktes Kastenbeet mit Madonnenlilien in der Mitte. Hier sind auch andere Pflanzen zu finden, die mit Maria symbolisch verbunden sind, wie z.B. Mariendiestel, Marienblatt, Mutterkraut, Pfingstrose. Daher wird dieses Beet auch Marienbeet genannt. Es schließt sich das Rosenrondell an, das mit duftenden alten Rosen bepflanzt ist. Umgeben ist es mit Lavendel.
Abschluss des Gartens bildet ein einseitig konvex eingebuchtetes Beet, in dem hauptsächlich nützliche Wald- und Wiesenpflanzen wachsen. Es sind dies u.a. Maiglöckchen, Waldmeister, Lungenkraut, Frauenmantel. In den Randbereichen vor der Brombeerhecke sind vorwiegend Pflanzen vorhanden, die gespendet wurden. So wächst in Höhe des Rosenrondells beispielsweise eine Rosenstammform (Rosa gallica officinalis). Rechts vom Eingang ist ein Weinstock. Außerhalb der Brombeerhecke befinden sich mehrere Obstbäume, die teilweise Bestandteil des ehemaligen Kleingartens waren. Erwähnenswert ist am Ostende ein Apfelbaum der „Doberaner Renette“. Sie ist im Doberaner Raum gefunden und vermehrt worden. Sie hat viel Ähnlichkeit mit der „Borsdorfer Renette“, die schon von den Zisterziensern im Dresdner/Meißener Gebiet angebaut wurde. In den letzten Jahren ist u.a. auch eine „Graue französische Renette“ gepflanzt worden, deren Reiser vom Kloster Amelungsborn stammen. Sie gilt als ein echter Zisterzienser Apfel. Die Betreiber des Klostergartens sind bestrebt, möglichst die Ausgangsformen der Pflanzen zu zeigen. Diese sind aber oft nicht zu bekommen. Daher werden teilweise auch Zuchtformen demonstriert.
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es mit christlichem Hintergrund noch den Klostergarten in Rhena und den Bibelgarten in Barth. Wissenschaftliche Studien zu Kräutern sind in den Botanischen Gärten von Rostock und Greifswald möglich. Über den aktuellen Pflanzenbestand informiert ein Informationsblatt, das Sie kostenlos im Klostercafe erhalten. Dort können Sie auch die Broschüre „Klostergarten Doberan; Erster Versuch einer Annäherung“ erwerben, die ausführlich über die Entstehung und Bepflanzung berichtet.

Bildergalerie zum Klostergarten