Das Kloster als Hohe Schule des Schweigens
Über einen Vortrag von Traugott Ohse


Bad Doberan. Das Kloster als hohe Schule des Schweigens – das war das Thema des ersten diesjährigen Vortrages im Februar – organisiert durch den Klosterverein Doberan -, den Landessuperintendent i. R. Traugott Ohse in der gut besuchten Aula des Gymnasiums hielt. Wer ein Kloster durch die Pforte betritt, kann, wenn er will, den Lärm der Welt hinter sich lassen und in die Stille eintauchen und zwar in eine innere und eine äußere Stille. Schon beim Klosterbau wurde in der Vergangenheit streng darauf geachtet, dem Bemühen, Bauten der Ruhe zu schaffen, gerecht zu werden und den Kreuzgang zum Mittelpunkt dieser vollkommenen Stille zu machen. Dazu diente vor allem das siebenmalige Durchschreiten des Kreuzganges in Vertiefung und Meditation. Ohse bezeichnete den Kreuzgang als einen Platz der gebauten Stille, und die Stille wird Schritt für Schritt fühl- und erlebbar. Selbst ein Flüstern würde störend empfunden werden. Hier wird selbst das Herz still, und gleichzeitig ist die steinerne Stille mit allen Sinnen zu begreifen und zu erleben. Hier hat Schweigen als Element der Lautlosigkeit ein besonderes Gewicht und ist zugleich der Mittelpunkt des ungestörten Gespräches mit Gott. „Wir hören hier die Sprache der Steine mit den Augen“, sagte Traugott Ohse und würdigte das Angebot verschiedener Klöster eine Auszeit zur Stille dort zu nehmen, der ein inneres Wachwerden und Wachsein folgen kann. Nur am Rande sei daran erinnert, dass die Zahl Sieben eine besondere Rolle in der Schöpfungsgeschichte spielt: In sieben Tagen wurde die Welt erschaffen, die Woche hat sieben Tage, es gibt die sieben Tugenden und Todsünden, das Buch mit sieben Siegeln, ( d.h. Das Buch der Zukunft in die Apokalypse ist mit sieben Siegeln verschlossen). Erinnert sei an die sieben klugen und törichten Jungfrauen und im Märchen an sieben Raben oder sieben Zwerge. P.G

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