Wieder Klostermarkt in Bad Doberan

Während die Geschichte des Doberaner Klostermarktes noch recht jung ist und erst versucht Tradition zu werden, gibt es diese Klostermärkte, vor allem der Benediktiner und Zisterzienser, seit mehr als 1000 Jahren. Zwar war die Wirtschaft dieser Orden auf Autarkie ausgerichtet, aber trotzem benötigte man die Märkte zur Bedarfsdeckung bestimmter Artikel oder zum Verkauf der Überschüsse aus der eigenen Wirtschaft. Vor allem die ständigen Märkte, mercati, hatten als feste Marktflecken im Handelskalender der Zisterzienser einen festen Platz. Die Regeln für den Besuch allerdings waren ab etwa dem Jahr 1200 festen Ordensgesetzen unterworfen. Für die Mönche gab es bestimmte Privilegien wie den Erlass der Zölle durch den Landesherren oder die Stadtoberen. Schließlich gründeten die Mönche selbst eigene Handelshöfe. Die Doberaner Zisterzienser besaßen solche Höfe in Rostock, Wismar, Güstrow und Lübeck. Klostermärkte haben seit etlichen Jahren eine gute Resonanz, und der vielleicht größte in Europa wird von der bereits 1133 gegründeten Zisterzienserabtei Heiligenkreuz im Wienerwald abgehalten. Dahin kommen regelmäßig etwa 40 bedeutende und bekannte Klöster aus ganz Europa, um mit ihren außergewöhnlichen Angeboten gute Geschäfte abzuschließen und ganz besondere Erlebnisse zu gewähren. Im Vergleich dazu steckt der Doberaner Klostermarkt noch in den Kinderschuhen, wenngleich in diesem Jahr etwa ein halbes Hundert Aussteller aus den Bereichen Handwerk und Kunst sowie Gastronomie ihr Kommen für den 14. und 15. Juni zugesagt haben. Bereits im Vorjahr konnte der vom Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan initiierte und ehrenamtlich betreute Markt rund um das Wirtschaftsgebäude mehrere tausend Besucher begrüßen und ein Spendenaufkommen von 4000 Euro für ein neues Dach auf dem Wirtschaftsgebäude verbuchen. Auf der jüngsten Mitgliederversammlung Anfang April würdigte der Vereinsvorsitzende Gunter Heilemann die Unterstützung durch Stadtverwaltung, Münster und Kornhaus sowie die materielle und finanzielle Hilfe vieler Sponsoren. Künftig soll der Klostermarkt der Stadt Bad Doberan eine ständige Einrichtung werden. „Der Klosterverein möchte erreichen, dass sich die Stadt nicht nur eindeutiog zum Markt bekennt, sondern auch gemeinsam mit uns als Veranstalter auftritt“, so Heilmann. Die Angebotspalette der Aussteller ist schon jetzt bunt und vielfältig und macht mit alter Handwerkskunst bekannt wie etwa Seilerei, Schmiede, Specksteinschnitzen, Papierschöpfen oder Paramentenherstellung ebenso werden Perlen- und Bernsteinschmuck, Keramik, Kräuter, Kleinodien aus Leder und vieles mehr angeboten. Für das leibliche Wohl sorgen unter anderem das Kloster Marienthal, die Klosterküche von Tillmann Hahn, die Fischerei Detlefsen und die Holzofenbäckerei von Herbert Späth.

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