Das waren die Doberaner Klostertage 2016

Zum 15. Male in Folge fanden vom 23. bis 25. September 2016 die Doberaner Klostertage statt, diesmal unter dem Motto RAUM SCHAFFEN FÜR NEUE IDEEN. Eröffnet wurde die Reihe der Vorträge durch Grußworte des Bürgermeisters Thorsten Semrau und des Stellvertretenden Landrates Dr. Kraatz. Das Kloster Doberan ist der am besten geeignete Ort für eine zentrale Präsentation zum Thema ORA ET LABORA: die Zisterzienser im Ostseeraum. Den Eröffnungsvortrag hielt Frau Prof. Dr. Gudrun Gleba aus Oldenburg, die einen Lehrauftrag an der Universität Rostock hatte, zum Thema Claustrum: Leben und Arbeiten der Zisterzienser innerhalb der Klostermauern. Sie beleuchtete das Wechselverhältnis zwischen Arbeit und Gebet, die gleichwertig nebeneinander standen wie auch das Verhältnis von Mönchen zu Konversen, und was dieses bedeuten kann für die Präsentationen zum Thema Zisterzienser im Kloster Doberan. Neue Sichten und Fragen kamen zur Sprache. Vieles liegt noch im Verborgenen. Das neu entwickelte Zisterziensermuseum Walkenried sollte berichten über Grundsätze und Erfahrungen, von denen Doberan lernen kann. Wegen Krankheit musste ersatzweise das Klostermuseum Ribnitz einspringen. Der Leiter Axel Attula gab einen lebendigen Bericht über die jüngsten Erfahrungen und Erkenntnisse dieses für die Geschichte der mecklenburgischen Frauenklöster wichtigen Museums. Wie immer wurden auch andere mecklenburgische Klöster einbezogen, diesmal das Nachbarkloster Rühn. Der Bürgermeister und Vereinsvorsitzende Hans-Georg Harloff berichtete lebendig über das intensive Engagement des Klostervereins, der kurzentschlossen vor einigen Jahren das Kloster kaufte und nach und nach restaurieren lässt: eine gewaltige Aufgabe! Wir erfuhren durch Frau Papendorf, Mitglied des Vereinsvorstandes, von den vielen Ideen und Aktivitäten wie dem Rühner Klostermarkt und dem Adventsmarkt, um wieder Spenden für die Weiterführung dieses Projekts einzuwerben. Gleich vier Vorhaben unmittelbar im Kloster Doberan fanden vor allem das Interesse das diesmal besonders zahlreichen Publikums. Gerade war am Tag des Denkmals die Kloster-Backhausmühle eingeweiht worden. Nun waren am Sonntag wiederum viele gekommen, um die Mühle kennenzulernen und den Mahlbetrieb zu verfolgen. Mitglieder der „Arbeitsgruppe Mühle“ des Vereins standen bereit, um die vielen Fragen zu beantworten. Allen wurde klar: wie das Münster eine Stelle des Gebets von außerordentlich hohem Rang ist, so ist das Wirtschaftsgebäude mit nun wieder „arbeitender“ Wassermühle ein außerordentlich beeindruckendes Denkmal für die einstige Wirtschaftskraft der Zisterzienser. Interessantes zeigte der Rundgang über den Friedhof im südöstlichen Klosterbereich. Hier werden in diesem Jahr im Rahmen eines Sonderförderprogrammes die zahlreichen historisch interessanten Grabanlagen restauriert. Der Stellvertretende Bürgermeister Norbert Sass stellte die im Auftrag der städtischen Wohnungsbau- und Investitionsgesellschaft WIG erarbeiteten Pläne zum Marstall vor. In diesem über 50 m langen Gebäude sollen für Klöster typische Funktionen wie Arbeiten, Wohnen und Informieren eine neue Heimstätte finden. Architekt Onno Folkerts vom Architekturbüro Angelis & Partner, Oldenburg und Wismar, zeigte das Ergebnis der Planungen für das Mühlen- und das Wirtschaftsgebäude. Sie bringen die Revitalisierung alter Funktionen wie Mahlen, Backen, Brauen, Beherbergen und Begegnungsmöglichkeiten. Auf dem Mühlenboden wird eine Ausstellungsfläche von ca. 250 qm entstehen. Lebhafte Gespräche schlossen sich an – nach den Vorträgen wie beim Rundgang zu den Gräberfeldern. Den geistlichen Rahmen bildeten die Kirchenmusik mit Werken von Max Reger und Heinrich Kaminski am Freitag und die Vesperandacht am Sonntag im Münster. Langfristig kündigen wir schon die nächsten Vorträge an: 1. Pastor em. Günther Rein am Donnerstag, den 10. November „Einfluss der Klöster auf die Pfarrkirchen des Umfeldes am Beispiel der Dorfkirche Walkenhagen“ 2. Prof. Joachim Skerl am Donnerstag, den 8. Dezember: „Fresken in Dorfkirchen auf Falster, Mön und im Rostocker Umfeld“ Der Vereinsvorstand

Zurück zur Übersicht

Tel 038203 62843   |   info@klosterverein-doberan.de