Diese Klostermühle wäre ein Unikat in Deutschland
Erfolgreiche Klostertage 2013 / Gute Resonanz


Überaus erfolgreich und abwechslungsreich waren die diesjährigen Klostertage vom 20. bis 22. September. Einziger Wermutstropfen war die Verschiebung der Ausstellung „Die Pelpliner Gutenbergbibel“. Dazu sollte eine Reihe von Faksimile-Drucken aus dem Doberaner Tochterkloster Pelplin, nahe Danzig gelegen, im Stadtmuseum gezeigt werden. Doch aus technischen Gründen konnten die polnischen Partner die Ausstellung nicht rechtzeitig zusammen stellen. Voraussichtlich wird die interessante Exposition zu den kommenden Klostertagen 2014 in Bad Doberan zu sehen sein. Das Motto der Klostertage 2013 lautete „Das Erbe erschließen – das Erbe vermitteln“ und war zugleich eine gute Werbung für den UNESCO-Welterbeantrag für die hochgotische Ausstattung des Münsters. Norbert Huschner aus Wismar machte am Beispiel der Welterbestätten Wismar/Stralsund deutlich, wie in diesen beiden Hansestädten die Weltkultur als Vermächtnis und Verpflichtung gesehen wurde und wie der Weg erfolgreich zum Ziel der Anerkennung durch die UNESCO gegangen wurde. In Deutschland gibt es heute 38 Welterbestätten ganz unterschiedlichster Art wie etwa ein Gebäude (Bremer Rathaus) bis zum Flächendenkmal Wismarer Altstadt mit 1750 Häusern. Von großer Bedeutung ist nach Huschner mit einem entsprechenden Informationszentrum die Idee vom Welterbe immer wach zu halten und neu zu vermitteln. Während in Wismar dafür ein altes hanseatisches Haus hergerichtet wird, könnte man in Bad Doberan die Chance nutzen, im alten Bauhof nach dessen Rekonstruktion und Sanierung eine solche Stabsstelle einzurichten. Ebbe Nyborg aus Kopenhagen zeigte in seinem detaillierten Bildvortrag anhand zahlreicher Fakten und Ansichten das Triumpfkreuz in der dänischen Kirche von Sorö im Vergleich zum einzigartigen Doberaner Kreuzaltar und anderen Zisterzienserkreuzen mit ihrer Doppelseitigkeit (Christus- und Marienseite) - einmal zum einstigen Konversenbereich in der Kirche, zum anderem zum Mönchssbereich. Jan Ludwig Bauditz aus Berlin sprach in seinem Vortrag über die Möglichkeit der Einrichtung einer Klostermühle im Wirtschaftsgebäude in Doberan. Der Mühlenbetrieb mit Brauen, Backen und Brennen seit Ende des 13. Jahrhunderts endete erst um 1920, und es sei mit verhältnismäßig geringen Mitteln wieder eine Mühle zu installieren. Dazu sei allerdings eine sehr gründliche Studie für die Einrichtung eines wirtschaftlichen oder musealen Mühlenbetriebes – mit entsprechender Energiegewinnung – unabdingbar. Aber es würde sich lohnen, und die entsprechende Wasserversorgung könnte geregelt werden, denn „diese Mühle ist ein Unikat in Deutschland“, so Bauditz. Über aktuelle Planungs- und Baufgaben referierte Norbert Saß aus Bad Doberan, und er machte deutlich, mit welchem finanziellen Aufwand – etwa 8,3 Millionen Euro - bisher im Klosterbereich gearbeitet wurde; so wurden 600 000 Euro für die Renaturierung der Doberbach-Niederung investiert, etwa eine Million in das Torhaus und in das Hausmeisterhaus und über 70 000 in das Wirtschaftsgebäude. Mit der Baubereinigung auf dem Bauhof wird ein neues Kapitel der Sanierung begonnen, und was dringend erforderlich ist, das seien Gutachten, Variantenuntersuchung, Nutzungskonzepte und Gespräche mit Investoren. Was für Bad Doberan noch ein wenig Zukunftsmusik, was aber sicher auf die Stadt zukommen wird, das ist eine intensive Besucherbetreuung und -führung. Über gute Erfolge konnte Franziska Siedler, Leiterin der Verwaltung des Zisterzienserklosester Chorin berichten und zeigte an zahlreichen Beispielen, wie vor allem um junge Besucher geworben wird, welche Angebote es für Musikfreunde gibt, und wie eine Zusammenarbeit über die Klostergrenzen hinweg mit anderen Einrichtungen Früchte trägt. P.G.

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