Das Kloster Doberan ist eine Tochtergründung der Zisterzienserabtei Amelungsborn aus der Linie Morimond und wurde auf Veranlassung von Bischof Berno im Jahre 1171 in Althof durch den Obotritenfürst Pribislav gegründet.
Bereits 1179 wurde diese Gründung zerstört, 78 Brüder verlieren ihr Leben. 1186 wird das Kloster erneut gegründet, jetzt durch den Neffen Pribislavs, Nikolaus von Rostock, jedoch nicht in Althof, sondern an heutiger Stelle.
Das Kloster wird rasch zu einem geistlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Schwerpunkt in Mecklenburg, besonders für den Norden des Landes, und erlangt wesentlichen Einfluss.
Alles Leben im Kloster wird von der Benedict-Regel geprägt: ORA ET LABORA (bete und arbeite). Gottesdienst und Gebet regeln den Tag. Das Herz des Klosters ist das »Oratorium«, die Kirche.
Zum »Organismus Kloster« gehört eine Reihe lebenswichtiger Funktionen. Die Haupttätigkeit liegt in der Landwirtschaft. Stallungen, Äcker, Weiden bilden die Arbeitsbereiche der Konversen, der Laienbrüder, etwa 120 erfahrene Männer. Fischerei, Imkerei, Handwerk aller Art, zeitweise sogar Glockenguss, ja Handel und Versorgung, Verwaltung, Gäste- und Krankenbetreuung, Mühlenbetrieb mit Brauen und Backen und umfangreiche Bautätigkeit kommen hinzu. Bis weit in den Osten werden Ländereien erworben. Stadthöfe werden errichtet, Mühlen und Salzpfannen betrieben. Umfangreicher Handel bedeutet auch Reisetätigkeit. Das Kloster wird visitiert und visitiert seinerseits die Tochtergründungen in Dargun und Pelplin.
Bedingt durch den Niedergang des Klosters und die Entwicklung nach der Reformation wird das Kloster 1552 aufgelöst. Die Gebäude verkommen zu Steinbrüchen.

Publikationen



Im Verein oder über den Verein oder über die Klosteranlage erschienenden Publikationen, die wir Ihnen gern empfehlen.
Die Bücher können über den Verein oder mit der entsprechenden ISBN-Nummer über den Buchhandel bezogen werden.
 
 

"Kleine Publikation über die Zisterzienser" 

von Peter Gerds

„Die Zisterzienser im Kloster Doberan und anderswo“, so der Titel einer 60 Seiten umfassenden und mit vielen Abbildungen versehenen Publikation des Klostervereins Doberan. Die Gründung dieses Klosters, das älteste in Mecklenburg, erfolgte im Zusammenhang mit der Eroberung des Landes und der damit verbundenen Christianisierung durch Heinrich den Löwen. Der in Schwerin seit 1164 amtierende Bischof Berno – er hatte den wendischen Fürsten Pribislaw getauft und dieser stiftete als Dank den Grund und Boden für die Klostergründung in Althof bei Doberan - beauftragte 1171 damit die Zisterzienser aus dem Kloster Amelungsborn in Niedersachsen. Nur wenige Jahrzehnte später genoss das neue Kloster hohes Ansehen in den Ländern und Regionen an der südlichen Ostseeküste. Nach einer kurzen Einführung über die Geschichte des berühmen Ordens wird in dem kleinen Buch über Leben und Beten, Wohnen, Arbeiten und Sterben im Kloster berichet und auch darüber, wie die Krankenpflege im Siechenhaus erfolgte, was der Klostergarten alles bot, und welche hervorragenden Wasserbaukünstler die Mönche waren. Streng geregelt war der Tagesablauf – vom Lob der Morgendämmerung (Laudes) um drei Uhr in der Frühe bis zum Abendgebet (Komplet) um 21 Uhr. Dazwischen wurde gearbeitet: auf dem Feld, im Skriptorium, im Garten, in den Werkstätten; es wurden Bier gebraut, Fische gefangen, Bäume gerodet. Alles war so angelegt und eingerichtet, dass die Eigenversorgung der Mönche im Kloster gesichert war und der Überschuss auf den Handelsmärkten, besonders in den Hansestädten Rostock und Wismar, angeboten wurde. Aber es herrschte natürlich nicht nur eitel Sonnenschein im Kloster Doberan, und der Mönchskrieg mit heftigen und kriegerischen Auseinandersetzungen kurz nach 1300 lieferte dafür ein beredtes Beispiel. Andererseits stammen aus dem Kloster Doberan zwei bedeutende literarische Werke, die Kirchberg-Chronik und das Redentiner Ostserspiel. So beinhaltet die Kirchberg-Chronik von etwa 1370 das Wissen jener Zeit über Mecklenburg und sein Herrscherhaus. Zu den Zisterziensergründungen in Mecklenburg gehörten neben Doberan ferner Bergen/Rügen, Dargun, Eldena, Hiddensee, Ivenack, Krummin/Usedom, Neuenkamp (Franzburg) Sonnenkamp (Neukloster), Heilig-Kreuz in Rostock, Rühn, Stolpe bei Anklam, Wanzka bei Neustrelitz und Zarerentin. Die Publikation kostet vier Euro und ist in den Klosterläden in Bad Doberan, im dortigen Münster und in der Buchhandlung erhältlich.

 
 

VORABVERÖFFENTLICHUNG

"Klösterliches Leben und Arbeiten der Zisterzienser in Doberan" 

von Peter Gerds

Der Text "Leben und Arbeiten der Zisterzienser im Kloster Doberan" ist ein kleiner Beitrag zur Geschichte des ältesten mecklenburgischen Klosters und soll zur gegebenen Zeit als Publikation des Klostervereins Doberan veröffentlicht werden. Wir stellen das Manuskript vorab ins Internet, und bitten darum, wenn erforderlich, entsprechende Korrekturen oder Hinweise an den Verfasser Peter Gerds (peter.gerds@web.de) weiterzuleiten. Zu bemerken ist noch, dass es sich nicht um eine wissenschaftliche Arbeit handelt. Es soll damit lediglich ein winziger Einblick in das klösterliche Leben der Zisterzienser in Doberan und darüber hinaus gegeben werden.

Vollständiger Text als PDF: Download

 
 

CONVENT ist eine neue Veröffentlichungsreihe, die sich mit der Geschichte und der Gegenwart des Klosterwesens in Mecklenburg und Vorpommern beschäftigt. In diesem ersten Band geben die Autoren einen Überblick über die Klöster dieser Landschaften, über ihr Schicksal und ihre Chancen in unserer heutigen Zeit. Dieser weitgreifende Überblick wird von einer kurzen Einführung in die Besonderheiten einiger Klosteranlagen begleitet. Im weiteren werden neue Erkenntnisse über den Baubestand der Doberaner Abtei vorgestellt und Möglichkeiten erörtert, die vielerorts stark zerstörten Klostergebäude zeitgemäß nachzunutzen. In einem gesonderten Beitrag wird die Buchmalerei des burgundischen Zisterzienserklosters Citeaux vorgestellt, die auf die Periode des Abtes Stefan Harding im 12. Jahrhundert zurückgeht. Abschließend wird über das aktuelle Geschehen in den Klosteranlagen von Doberan, Dargun und Dobbertin berichtet. Dort versuchen Klostervereine, nicht nur die stark beschädigte Bausubstanz zu erhalten, sondern Ideen zu entwickeln, wie diese schönen Klöster in naher Zukunft aufs neue als Zentren von Kultur und Tourismus wiedererstehen können. Diese Reihe widmet sich der Arbeit der vielen freiwilligen Denkmalschützer und Helfer, die mit ihrer Arbeit ein Stück Kulturlandschaft im Nordosten Deutschlands bewahren helfen.

Winands, K., Buske, N., Baumgard, A., Ohse, T., Arnold, U., Rein, G., Hamann, F., Alsleben, H., Klosteranlagen in Mecklenburg und Vorpommern – Schicksale und Chancen, Convent Band 1, Hg. Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan e.V., Verlag Edition M, Weimar & Rostock 2005 ISBN 978-3-933713-20-9
 

 
 

Mit diesem Buch liegt nun – eine Jahr nach Erscheinen des ersten Bandes – der zweite Band der Reihe CONVENT vor, der dem Titel der Doberaner Klostertage von 2005 folgt: „Klosterareale in Mecklenburg-Vorpommern – die Zukunft im Blick“, wobei das Hauptaugenmerk der Beiträge auf dem Kloster Doberan liegt. Die Beiträge bearbeiten ein sehr weites Feld von Fragen: Professor Ernst Badstübner wägt die Eignung der Doberaner Klosteranlage für die Aufnahme in das Weltkulturerbe ab, Dirk Schumann und Andreas Baumgart berichten über neue Erkenntnisse aus der Bauforschung an Doberaner Klostergebäuden, Tim Spiegel entkräftet alte Legenden über die Schiffbarkeit der Doberaner Gewässer im Mittelalter, die Rostocker Landschaftsarchitekten Webersinke beschreiben die Klosteranlage aus seinem kulturlandschaftlichen Kontext und das Institut IES beschreibt konzeptionelle Gedanken zur Zukunft der Klosteranlage in Doberan. Am Ende wird die im ersten Band begonnene Tradition, Berichte aus der Arbeit von Vereinen an anderen nordostdeutschen Klosterstandorten zu veröffentlichen, fortgesetzt. Diesmal berichten die Klostervereine aus Rühn und Rehna von neuen und interessanten Ideen und von ihrem außerordentlichen Engagement.

Badstübner, E., Schumann, D., Spiegel, T., Andreae, C., Baumgart, A., Webersinke, S. & A., Borchers, A. & Olejniczak, C., Klostermann, B., Schmidt, B., Kloster Doberan – die Zukunft im Blick, Convent Band 2, Hg. Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan e.V., Verlag Edition M, Weimar & Rostock 2006 ISBN 978-3-933713-25-4
 

 
 

Der vorliegende dritte Band der Veröffentlichungsreihe CONVENT ist dem spirituellen Wirken der Zisterzienser und ihrem geistigen und gebauten Erbe gewidmet. Landessuperintendent i. R. Traugott Ohse legt in zehn Aufsätzen feinsinnig und wortgewandt dar, welche Bedeutung die Beschäftigung mit deren Leben und Wirken für die Kultur unserer Gegenwart hat. Der Autor würdigt unter anderem das Wirken eines der Gründerväter des Zisterzienserordens, Bernhard von Clairvaux, und des Abtes von Schwerin, Berno, den er den Apostel von Mecklenburg nennt. In seinen Überlegungen zum Lettner-Altar des Doberaner Münsters, zur Klosterpforte und zum Kreuzgang spannt Traugott Ohse den Bogen vom spirituellen Anliegen der Mönche bis zur gestalterischen Umsetzung als Architektur. In den hier gesammelten Aufsätzen wird für den Leser das Leben der Mönche im Spannungsfeld zwischen geistlicher Hinwendung und ihrer weltlichen Macht besser verständlich. Die Rückbesinnung auf das Erbe und der Wunsch nach dem Verständnis für die Werte der Zisterzienser stehen im Zentrum der Erörterungen des Autors, der damit einen leidenschaftlichen Beitrag zur Vermittlung von mittelalterlicher Spiritualität in unseren zeitgenössischen Kontext leistet.

Ohse, T., Das Erbe leben, CONVENT – Beiträge zur Geschichte des Klosterwesens in Mecklenburg-Vorpommern, Band 3, Hg. Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan e.V., Verlag Edition M, Weimar & Rostock 2008 ISBN 978-3-933713-29-2
 

 
 

Im vierten Band der Veröffentlichungsreihe CONVENT wird anlässlich der Feier des 825. Jahrestages seiner Gründung in fünf Beiträgen über die kulturelle Bedeutung des Klosters Doberan und seiner Klosterkirche, des Münsters, berichtet. Ernst Badstübner zeigt am Beispiel des Münsters und anderer gotischer Kirchenbauwerke des Ostseeraumes, wie kreativ ihre Erbauer mit dem neuen Baumaterial Backstein das Ideal französischer Kathedralen nachgebildet haben. Joachim Skerl geht anhand von umfangreichen Architekturvergleichen der Frage nach, unter welchem Einfluss die Baumeister des Münsters gestanden haben könnten. Claudia Arnold und Boris Frohberg berichten über die Restaurierung des sog. Fürstenepitaphs, ein Zeugnis für die Bedeutung des mecklenburgischen Herzogshauses für den Erhalt des Münsters. Friedemann Wolf beschreibt die zahlreichen Pflanzendarstellungen, die das Innere des Münsters zieren und betrachtet sie im Kontext ihrer mittelalterlichen Symbolik. Im abschließenden Beitrag versuchen Fritz Wrase und Dieter Hilliger, die landschaftlichen Verhältnisse am Ort des Münsters zum Zeitpunkt seiner Gründung zu rekonstruieren und die Erd- und Tiefbauarbeiten der Mönche zu würdigen. Die Beiträge des Bandes öffnen eine Pforte in die Kulturgeschichte der Zisterzienser, in welcher Baukunst, Ornamentik und Landschaftsbau zu einem beeindruckenden Gesamtkunstwerk verschmelzen.

Badstübner, E., Skerl, J., Arnold, C. & Frohberg, B., Wolf, F., Wrase, W. & Hilliger, D., Kulturlandschaft und Baukunst – Das Kloster Doberan in der Kulturgeschichte der Zisterzienser, CONVENT – Beiträge zur Geschichte des Klosterwesens in Mecklenburg-Vorpommern, Band 4, Hg. Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan e.V., Verlag Edition M, Weimar & Rostock 2011 ISBN 978-3-933713-35-3
 

 
 

Im fünften Band der Veröffentlichungsreihe CONVENT werden im Jahr des 15-jährigen Bestehens unseres Vereins vor allem die Rolle der Spiritualität für die Baukunst und die Ausrüstung der Doberaner Klosterkirche beleuchtet. Pfarrer i.R. Georg Kalckert beschreibt die geistigen und geistlichen Zusammenhänge, die hinter den baulichen, künstlerischen und gesellschaftlichen Erscheinungsformen stehen: Was verbindet für die Zisterzienser das Beten mit dem Wirken, das ORA mit dem LABORA. In Joachim Skerls Beitrag, der in engem Zusammenhang mit dem Antrag zur Aufnahme des Münsters mit seiner hochgotischen Ausstattung in das Weltkulturerbe steht, wird eines der Kernstücke der liturgischen Ausstattung, der Kreuzaltar, in seinem Kontext zur europäischen Kunstgeschichte dargestellt und auf diesem Hintergrund seine Bedeutung beschrieben. Christian Kayser und Jörg Rehm berichten über das Münster als Bauwerk und zeigen, dass das gotische Münster um den romanischen Bau herum entstanden sein könnte; sein Strebesystem bezeichnen sie als ein bautechnisches Denkmal ersten Ranges. Zwei dänische Beiträge belegen die jahrelangen engen Kontakte nach Dänemark: Ebbe Nyborg analysiert die wenigen erhaltenen Monumental-Kruzifixe der Zisterzienser-Lettneraltäre vor und nach dem Jahr 1300 in ihrer Wechselwirkung mit den Ordensregeln und dem Stilwandel in jener Zeit. Besonders betrachtet wird das Kruzifix von Sorø im Wandel von der rein bildlichen zur plastischen Darstellung des Gekreuzigten; das Triumphkreuz von Doberan wird als in seiner Größe und im Erhaltungszustand einzigartiges kulturhistorisches Denkmal gewürdigt. Jesper Back wagt einen Blick in die Zukunft des Wirtschaftsgebäudes im Doberaner Klostergelände. Er legt ein die alte Bausubstanz bewahrendes Architektur-Konzept im Baukastenprinzip vor, nach dem das Gebäude schrittweise abhängig von den Bedürfnissen und dem verfügbaren Budget ausgebaut und genutzt werden kann; zuvorderst steht: Ein neues Dach für neues Leben.

Kalckert, G., Nyborg, E., Skerl, J., Kayser C. & Rehm, J., Back, J., Spiritualität und Baukunst – Leben und Wirken der Zisterzienser im Kloster Doberan, CONVENT – Beiträge zur Geschichte des Klosterwesens in Mecklenburg-Vorpommern, Band 5, Hg. Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan e.V., Verlag Edition M, Weimar & Rostock 2013 ISBN 978-3-933713-41-4
 

 
 

„Klosterbaukunst in neuem Licht“

ist der jüngste Titel – und Band 6 - der Convent-Reihe, die der Klosterverein Doberan herausgibt und die  sich mit der Geschichte des Klosterwesens in Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt. In vier Beiträgen von anerkannten Fachleuten werden weitere Erkenntnisse über Bauten des Klosters Doberan sowie deren Geschichte und Ausrüstung vorgestellt, die kürzlich vorgenommene Untersuchungen und Grabungen ergaben. Unter anderem wird anhand zahlreicher Indizien die Baugeschichte des Münsters ein wenig anders beurteilt. Dazu werden sowohl bauliche Befunde als auch umfangreiche urkundliche Informationen genutzt. In einem anderen Beitrag werden die Erstausstattung des Doberaner Münsters in ihrem hohen europäischen Rang gewürdigt und ihr liturgischer Gebrauch ausführlich beschrieben. In den letzten Jahren führten Mitarbeiter des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege im Klosterbereich Doberan aufgrund von Tiefbaumaßnahmen archäologische Untersuchungen durch. Die wichtigsten Ergebnisse daraus werden ebenfalls im Convent-Heft Nr. 6 erläutert. Der reich illustrierte Band umfasst 160 Seiten und kostet 14,80 Euro.


 
 

Das Mecklenburger Land ist Kirchenland. Die Türme in Dorf und Stadt bezeugen: Hier in diesem Gotteshaus ist der Himmel auf Erden! Die hohen und oft mit Rippen gewölbten Räume, sie atmen wie ein Brustkorb, in dem ein warmes Herz schlägt. Vor 800 Jahren haben die Jungbauern aus Niedersachsen ihre Erfahrungen in dieses ferne, fremde Land übertragen: Unsere Kirche soll wie eine Glucke die Schar der Dörfer um sich sammeln. Der mit maritimen Büchern hervorgetretene Journalist Peter Gerds lenkt mit dieser Sammlung den Blick auf Stadt- und Dorfkirchen im Umfeld des Flaggschiffs, des Münsters zu Bad Doberan. Auf dem Wanderweg nördlich des Münsters sind dies die Kirchen zu Rethwisch, Heiligendamm und Kühlungsborn, östlich die Kirchen zu Lambrechtshagen, Lichtenhagen, Parkentin und Stäbelow, südlich die Kirchen zu Althof, Hanstorf, Satow, Heiligenhagen, Hohen Luckow und Berendshagen sowie westlich die Kirchen zu Retschow, Steffenshagen, Alt Karin, Kröpelin und Westenbrügge; weitere, entfernter liegende Kirchen sind die zu Alt-Bukow, Neubukow, Kirch Mulsow, Biendorf, Rerik und Russow. Selbst die kleinsten Dorfkirchen leben von einer inneren Kraft. Felsklötze, Backstein, grob gehauene Fachwerkbalken, mit Eichenbrettern verschalte und mit Schindeln gedeckte Glockentürme – alle diese, wie man sagen möchte – herbschönen, von Narben gezeichneten, gestandenen Persönlichkeiten haben gemeinsam: Sie waren und bleiben den Stürmen, dem Wetter und Unwetter, den Gewalten der Natur, aber auch der Geschichte ausgesetzt. Aber sie sind stark genug, die ihnen anvertrauten Menschen aller Generationen zu bergen, zu stärken, zu trösten, sie nicht nur stumm in die Arme zu nehmen, sondern mit ihnen mit mütterlichen Worten zu reden. Diese Kirchen locken von draußen ins Drinnen, führen vom Schauen zum Lauschen.

Gerds, P., Kirchen rund um das Kloster Doberan, Hg. Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan e.V., Bad Doberan 2011
 

 
 

Längst ist nicht nur den Fachleuten bekannt, welche herausragende Rolle die Backsteingotik insbesondere in der nordeuropäischen Architekturgeschichte spielt. Klosteranlagen, Stadt- und Dorfkirchen, Bürgerhäuser mit oft aufwändig gestalteten Schaufassaden – sie stehen für einen Stil, der den Ostseeraum prägte und ihm viele Bauwerke von überragender Qualität brachte. Gerade Mecklenburg-Vorpommern ist reich an derartigen kunst- und kulturhistorischen Schätzen. Einer der faszinierendsten findet sich in Bad Doberan: die dortige ehemalige Klosteranlage mit dem Münster als Krönung. Was anno 1171 äußerst bescheiden mit gerade mal zwölf Mönchen und einem Abt in dem unwegbaren Ort nahe der Ostseeküste begann, entwickelte sich innerhalb zweier Jahrhunderte zu einem kulturellen, geistigen und wirtschaftlichen Zentrum von weit überregionaler Bedeutung. Zisterzienser waren es, die im Rahmen der Ostkolonisation das Doberaner Kloster auf- und ausbauten – und die damit ein Kunstwerk von internationalem Rang schufen. Joachim Skerl mit seinem fundierten Text und Thomas Grundner mit seinen die beeindruckende Atmosphäre festhaltenden Bildern porträtieren die Anlagen und ihre exemplarische Geschichte. Wobei sie sich nicht allein auf das Münster samt seiner reichhaltigen Ausstattung konzentrieren, sondern den gesamten ehemaligen Klosterbezirk vorstellen: das Beinhaus etwa, die Reste des Kreuzgangs, Tore, das ehemalige Gästehaus und Wirtschaftsgebäude, die umlaufende Mauer und auch den Park, der auf sehr anschauliche Weise vom romantischen Umgang des 19. Jahrhunderts mit überkommener Baukunst erzählt. Spürbar wird die Kraft, die noch heute von Doberan ausgeht und die jedes Jahr zehntausende Besucher anzieht, spürbar wird die Ausstrahlung eines Ortes, der zu den bedeutendsten im ganzen Ostseeraum gehört.

Skerl, J., Grundner, Th., Kloster Doberan, Hinstorff Verlag, Rostock 2007, ISBN 978-3-356-01181-4
 

 
 

Man stelle sich vor: Bei einem ruhigen Morgenspaziergang jenseits des Alltags tauchen hinter einer Wegbiegung die Reste eines Klosters auf. Mauern aus Backstein scheinen zwischen den Blumen hindurch oder ragen auf einer feuchten Wiese empor. Über dem Gras liegt noch leichter Nebel. Der Nähertretende entdeckt leere Fensteröffnungen und Überbleibsel von Schmucksteinen oder auch Säulen, die andeuten, wie groß die Räume einst gewesen sein mögen, die er nun mit taunassen Schuhen langsam durchschreitet. Und er ist gefangen von einem besonderen Zauber, hält inne und versucht sich vorzustellen, wie das Leben in jenen Maueren einst ausgesehen haben mag. Warum besitzen die Zeugen mittelalterlicher Klosterkultur eine solche Ausstrahlungskraft? Aus welchem Grund unternehmen Menschen nicht selten lange Reisen, um verbliebene Klosteranlagen oder ihre Überreste erleben zu können? Es ist wohl nicht ausschließlich kulturhistorisches Interesse und eine Begeisterung für schöne Baukunst oder die außergewöhnliche Meisterschaft der alten Handwerker, sondern auch der Wunsch, sich der Spiritualität von Mönchen und Nonnen gedanklich zu nähern. Die Idee, sich vom Alttag abzuwenden und sich freiwillig an einen Ort des Rückzugs zu begeben, sich Zeit zu nehmen, um innere Ruhe zu finden, wirkt auf viele faszinierend. Martin Ebert und Thomas Grundner haben das heutige Bundesland Mecklenburg-Vorpommern durchquert, sind dorthin gefahren, wo bis zur Reformation noch Mönche und Nonnen beteten und arbeiteten. Mit Sachkenntnis und Empathie stellen sie im Katalogteil dieses Bildbandes über 20 frühere Stätten christlichen Klosterlebens ausführlich vor und nennen zu weiteren etwa 30 Orten das Wichtigste in Kürze. Ein einführender Überblick thematisiert die Ursprünge des Mönchtums, die Geschichte der Christianisierung zwischen Ostsee und Havel, den allgemeinen baugeschichtlichen Hintergrund der Klöster sowie die verschiedenartigen Konzepte für ihre Nutzung in Gegenwart und Zukunft.

Ebert, M., Grundner, Th., Klöster (in Mecklenburg-Vorpommern), Hinstorff Verlag, Rostock 2009, ISBN 978-3-356-01333-7
 

 
 

Über die Zeiten hin geben steinerne Grabmale Zeugnis vom Leben und Glauben unserer Vorfahren. Der Stein trägt dazu bei, dass die Erinnerung an Menschen einen Ort hat. Der Stein ist auch Ausdruck für eine Hoffnung: Dass das Leben des Einzelnen nicht verschwindet und vergessen wird. Eine Ausstellung mit Grabplastik zu gestalten, ist schwierig. Das liegt zum einen an ihrer Funktion: ein Teil dieser Steine befindet sich noch in ursprünglicher Lage, also als Deckstein einer Gruft oder eines Grabes. Zudem wären Grabplatten im Original als Exponate einer Ausstellung wenig aussagekräftig; jahrhundertelang wurde darauf herumgetreten, die Oberfläche ist abgeschliffen und stellt sich in vielen Fällen als gleichmäßig graues Feld ohne nennenswerte Strukturierung dar. Deshalb wären auch fotografische Reproduktionen wenig geeignet. Alle diese Probleme sind mit dem hier angewandten Verfahren gelöst. Nicht die Grabplatten werden ausgestellt, sondern deren Abriebe, Reproduktionen von großer Genauigkeit und darüber hinaus von hohem ästhetischen Reiz. Bei dieser Technik, die Ernst Lau auf Steinplatten angewendet hat, werden die Grabplatten durch Abreiben mit Wachsstiften auf Papier kopiert. In dem vorliegenden Buch werden Fotografien von 39 der in der Ausstellung „1000 Jahre Kirche in Mecklenburg“ gezeigten Abriebe präsentiert. Die originalen Grabsteine befinden sich im Doberaner Münster, dem Schweriner und Ratzeburger Dom, der Kirche zum Heiligen Kreuz in Rostock sowie der Kirchen in Teterow, Cammin, Rühn, Dargun, Lübow, Gadebusch, Neukloster, Malchin, Dobbertin, Bellin, Roga, Dewitz, in Langen Brütz und Penzlin.

Kleiminger, M., Krüger, K., Lau, E., Metzger, H., Ich bin ein Gast auf Erden, Katalog zur Ausstellung 1000 Jahre Kirche in Mecklenburg, Hg. Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs, Hamburg 1995, ISDN 3-910179-54-1
 

Tel 038203 62843   |   info@klosterverein-doberan.de