Publikationen

Kleine Publikation über die Zisterzienser

Die Zisterzienser im Kloster Doberan und anderswo“, so der Titel einer 60 Seiten umfassenden und mit vielen Abbildungen versehenen Publikation des Klostervereins Doberan. Die Gründung dieses Klosters, das älteste in Mecklenburg, erfolgte im Zusammenhang mit der Eroberung des Landes und der damit verbundenen Christianisierung durch Heinrich den Löwen. Der in Schwerin seit 1164 amtierende Bischof Berno – er hatte den wendischen Fürsten Pribislaw getauft und dieser stiftete als Dank den Grund und Boden für die Klostergründung in Althof bei Doberan – beauftragte 1171 damit die Zisterzienser aus dem Kloster Amelungsborn in Niedersachsen.

Nur wenige Jahrzehnte später genoss das neue Kloster hohes Ansehen in den Ländern und Regionen an der südlichen Ostseeküste. Nach einer kurzen Einführung über die Geschichte des berühmten Ordens wird in dem kleinen Buch über Leben und Beten, Wohnen, Arbeiten und Sterben im Kloster berichtet und auch darüber, wie die Krankenpflege im Siechenhaus erfolgte, was der Klostergarten alles bot, und welche hervorragenden Wasserbaukünstler die Mönche waren. Streng geregelt war der Tagesablauf – vom Lob der Morgendämmerung (Laudes) um drei Uhr in der Frühe bis zum Abendgebet (Komplet) um 21 Uhr. Dazwischen wurde gearbeitet: auf dem Feld, im Skriptorium, im Garten, in den Werkstätten; es wurden Bier gebraut, Fische gefangen, Bäume gerodet. Alles war so angelegt und eingerichtet, dass die Eigenversorgung der Mönche im Kloster gesichert war und der Überschuss auf den Handelsmärkten, besonders in den Hansestädten Rostock und Wismar, angeboten wurde. Aber es herrschte natürlich nicht nur eitel Sonnenschein im Kloster Doberan, und der Mönchskrieg mit heftigen und kriegerischen Auseinandersetzungen kurz nach 1300 lieferte dafür ein beredtes Beispiel. Andererseits stammen aus dem Kloster Doberan zwei bedeutende literarische Werke, die Kirchberg-Chronik und das Redentiner Ostserspiel. So beinhaltet die Kirchberg-Chronik von etwa 1370 das Wissen jener Zeit über Mecklenburg und sein Herrscherhaus. Zu den Zisterziensergründungen in Mecklenburg gehörten neben Doberan ferner Bergen/Rügen, Dargun, Eldena, Hiddensee, Ivenack, Krummin/Usedom, Neuenkamp (Franzburg) Sonnenkamp (Neukloster), Heilig-Kreuz in Rostock, Rühn, Stolpe bei Anklam, Wanzka bei Neustrelitz und Zarerentin. Die Publikation kostet vier Euro und ist in den Klosterläden in Bad Doberan, im „dortigen Münster und in der Buchhandlung erhältlich.

Abschließend wird über das aktuelle Geschehen in den Klosteranlagen von Doberan, Dargun und Dobbertin berichtet. Dort versuchen Klostervereine, nicht nur die stark beschädigte Bausubstanz zu erhalten, sondern Ideen zu entwickeln, wie diese schönen Klöster in naher Zukunft aufs neue als Zentren von Kultur und Tourismus wiedererstehen können. Diese Reihe widmet sich der Arbeit der vielen freiwilligen Denkmalschützer und Helfer, die mit ihrer Arbeit ein Stück Kulturlandschaft im Nordosten Deutschlands bewahren helfen.

Convent Band 1 – Klosteranlagen

CONVENT ist eine neue Veröffentlichungsreihe, die sich mit der Geschichte und der Gegenwart des Klosterwesens in Mecklenburg und Vorpommern beschäftigt. In diesem ersten Band geben die Autoren einen Überblick über die Klöster dieser Landschaften, über ihr Schicksal und ihre Chancen in unserer heutigen Zeit. Dieser weitgreifende Überblick wird von einer kurzen Einführung in die Besonderheiten einiger Klosteranlagen begleitet. Im weiteren werden neue Erkenntnisse über den Baubestand der Doberaner Abtei vorgestellt und Möglichkeiten erörtert, die vielerorts stark zerstörten Klostergebäude zeitgemäß nachzunutzen. In einem gesonderten Beitrag wird die Buchmalerei des burgundischen Zisterzienserklosters Citeaux vorgestellt, die auf die Periode des Abtes Stefan Harding im 12. Jahrhundert zurückgeht.

Am Ende wird die im ersten Band begonnene Tradition, Berichte aus der Arbeit von Vereinen an anderen nordostdeutschen Klosterstandorten zu veröffentlichen, fortgesetzt. Diesmal berichten die Klostervereine aus Rühn und Rehna von neuen und interessanten Ideen und von ihrem außerordentlichen Engagement.

Badstübner, E., Schumann, D., Spiegel, T., Andreae, C., Baumgart, A., Webersinke, S. & A., Borchers, A. & Olejniczak, C., Klostermann, B., Schmidt, B., Kloster Doberan – die Zukunft im Blick, Convent Band 2, Hg. Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan e.V., Verlag Edition M, Weimar & Rostock 2006 ISBN 978-3-933713-25-4

Convent Band 2 – Kloster Doberan

Mit diesem Buch liegt nun – eine Jahr nach Erscheinen des ersten Bandes – der zweite Band der Reihe CONVENT vor, der dem Titel der Doberaner Klostertage von 2005 folgt: „Klosterareale in Mecklenburg-Vorpommern – die Zukunft im Blick“, wobei das Hauptaugenmerk der Beiträge auf dem Kloster Doberan liegt. Die Beiträge bearbeiten ein sehr weites Feld von Fragen: Professor Ernst Badstübner wägt die Eignung der Doberaner Klosteranlage für die Aufnahme in das Weltkulturerbe ab, Dirk Schumann und Andreas Baumgart berichten über neue Erkenntnisse aus der Bauforschung an Doberaner Klostergebäuden, Tim Spiegel entkräftet alte Legenden über die Schiffbarkeit der Doberaner Gewässer im Mittelalter, die Rostocker Landschaftsarchitekten Webersinke beschreiben die Klosteranlage aus seinem kulturlandschaftlichen Kontext und das Institut IES beschreibt konzeptionelle Gedanken zur Zukunft der Klosteranlage in Doberan.

Convent Band 3 – Das Erbe leben

Der vorliegende dritte Band der Veröffentlichungsreihe CONVENT ist dem spirituellen Wirken der Zisterzienser und ihrem geistigen und gebauten Erbe gewidmet. Landessuperintendent i. R. Traugott Ohse legt in zehn Aufsätzen feinsinnig und wortgewandt dar, welche Bedeutung die Beschäftigung mit deren Leben und Wirken für die Kultur unserer Gegenwart hat. Der Autor würdigt unter anderem das Wirken eines der Gründerväter des Zisterzienserordens, Bernhard von Clairvaux, und des Abtes von Schwerin, Berno, den er den Apostel von Mecklenburg nennt. In seinen Überlegungen zum Lettner-Altar des Doberaner Münsters, zur Klosterpforte und zum Kreuzgang spannt Traugott Ohse den Bogen vom spirituellen Anliegen der Mönche bis zur gestalterischen Umsetzung als Architektur. In den hier gesammelten Aufsätzen wird für den Leser das Leben der Mönche im Spannungsfeld zwischen geistlicher Hinwendung und ihrer weltlichen Macht besser verständlich. Die Rückbesinnung auf das Erbe und der Wunsch nach dem Verständnis für die Werte der Zisterzienser stehen im Zentrum der Erörterungen des Autors, der damit einen leidenschaftlichen Beitrag zur Vermittlung von mittelalterlicher Spiritualität in unseren zeitgenössischen Kontext leistet.

Ohse, T., Das Erbe leben, CONVENT – Beiträge zur Geschichte des Klosterwesens in Mecklenburg-Vorpommern, Band 3, Hg. Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan e.V., Verlag Edition M, Weimar & Rostock 2008 ISBN 978-3-933713-29-2