AG Klostergarten pflanzt Edelkastanien
von Peter Masloch
Am 05.09.2026 fand rund um das Kornhaus der 5. Bad Doberaner Klimatag statt. Der diesjährige Schwerpunkt hieß „Ernährung und Umwelt“.
Unter dem Motto „Klimaschutz fängt auf dem Teller an“ wurde ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie präsentiert.
Der Thematik konnte sich die AG Klostergarten natürlich nicht verschließen und beteiligte sich mit einem eigenen Stand. Neben der Präsentation des Gartens wurden verschiedene Erzeugnisse – hergestellt mit Pflanzen des Gartens wie Kräutersalz, Apfelsaft, Marmelade und Gelee – gegen Spenden abgegeben.
Den Höhepunkt des Tages stellte aber die Pflanzaktion von neuen Bäumen für den Obstgarten dar: 2 Esskastanien, in diesem Fall Edelkastanien, erhielten einen Standplatz zwischen Küchen- und Klostergarten.

Allen Widrigkeiten trotzend, denn die Erde war durch Regenschauer stark aufgeweicht, wurden die Befestigungsstangen montiert und die Bäume fachgerecht eingegraben.
Tatkräftige Unterstützung kam von Christin Klinger und Anja Thiel von der Stiftung Klima- und Umweltschutz MV, die zusammen mit den Aktiven der AG Klostergarten die beiden Bäume in die Erde brachten.
Naturparkranger und Obstbaumfachmann Edgar Bartel sorgte mit seinem Sachverstand für ein korrektes Einpflanzen und führte gleich den Erstschnitt der Bäume durch.

Die AG Klostergarten bedankt sich herzlich bei der Stiftung Klima- und Umweltschutz MV, die die Pflanzung der Bäume über das Förderprogramm „Loslegen mit Leuten“ gemeinsam mit Petra Gleisner finanziell ermöglichten.

Warum Edelkastanien im Obstgarten? Dafür sprechen viele Gründe:
Bereits im späten 8. Jahrhundert wurde die Edelkastanie in der „Liste der Bäume“ des „Capitulare“ genannt. Das „Capitulare de villis“ (Landgüterverordnung) diente als detaillierte Dienstanweisung zur Verwaltung und Bewirtschaftung der Krongüter Karls des Großen und sollte die Versorgung des Königshofes sichern.
Die Edelkastanie wirkt dank wertvoller Nährstoffe und Gerbstoffe basisch, stärkt das Immunsystem und beruhigt den Magen. Sie liefert viel Kalium, Vitamin C und Ballaststoffe – und schmeckt nebenher auch noch gut!
Vom Mittelalter bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Edelkastanie in den Bergregionen Südeuropas das Hauptnahrungsmittel der Landbevölkerung, da sie anspruchsloser als z. B. Weizen ist.
Die Edelkastanie wurde zum Baum des Jahres 2018 gewählt. Weil sie sehr anpassungsfähig ist und gut mit Wärme und trockenen Böden zurechtkommt, gilt sie mit Blick auf den Klimawandel seit einiger Zeit als Baum der Zukunft.
Der Obstgarten erhält so eine ästhetisch wertvolle und nahrungstechnisch sinnvolle Ergänzung. Einziger Nachteil: Wir werden uns bis zur Ernte der ersten Maronen etwas gedulden müssen 🙂