Deutsch-polnischer Jugendaustausch in Bad Doberan

29/08/2026

Von Kathrin Engelmann

Vom 5. bis 10. Juli 2026 fand unser lang geplanter deutsch-polnischer Jugendaustausch in Bad Doberan statt. Am Sonntag, den 5. Juli, nahmen wir 16 Jugendliche und Agnieszka Pawella und Miriam Laga als Betreuer – und Übersetzerinnen aus unserer polnischen Partner-Klosterstätte Pelplin am Bahnhof in Empfang. Wir, das waren 18 Schüler aus dem Friderico – Francisceum -Gymnasium mit der Projektbetreuerin Jeannette Militzer, der Kornhausverein mit Kathrin Engelmann (auch Klostervereins-mitglied) und die Vorsitzende vom Klosterverein Sabine Krahn-Schulze. Als Gegenbesuch zu unserem Austausch im letzten Jahr in Pelplin fungiert nun der Klosterverein als Projektträger und hatte mit dem Kornhaus e.V. und dem Gymnasium der Stadt gute Bündnispartner an seiner Seite. Gemeinsam ging es auf verschlungenen Pfaden zum Sportlerheim im Stülower Weg, wo die polnischen Gäste untergebracht waren. Mit wirklich herzlicher Wiedersehensfreude haben wir uns zu gemeinsamen Kennlernspielen, sportlicher Betätigung und einem ersten Abendessen im Sportlerheim getroffen und einen fröhlichen Abend verbracht.

Am Montag trafen wir uns zu einer Stadtralley in Bad Doberan, einer Führung im Gymnasium mit einem gemeinsamen Mittagessen in der Schulkantine, das vom Schulverein gesponsort wurde. Am Nachmittag haben die Jugendlichen Bad Doberan auf eigene Faust und in gemischten Gruppen erkundet. Am Abend wurde mit allen zusammen gegrillt, ein Dankeschön an die drei Grillmeister Ralf Schulz, Benno Schulz und Anton Völckner.

Der Dienstagvormittag fand uns zu einem gemeinsamen Frühstück im Kornhaus wieder mit anschließenden Kreativ-Workshops bei Jule Ulrike Müller und Till Dörner, die das gemeinsame Thema „Kunst der Zisterzienser“ in Ornamentik und Schmuckgestaltung aufgriffen.

Das Mittagspicknick, am Strand geplant, nahmen wir im Kornhaus ein, da es ein total verregneter Tag geworden war. Auch die Molli-Fahrt zum Strand nach Heiligendamm haben wir umgewandelt in einen Besuch am Grandhotel, einer Stipp-Visite am Strand und zu einer längeren Fahrt nach Kühlungsborn ausgedehnt. An dieser Stelle sei einmal ganz ausdrücklich der Molli GmbH gedankt und allen Molli-Mitarbeitern, denen wir auf der Fahrt begegnet sind. 😊 Zurück in Doberan ging es am Abend zu einem gemeinsamen Essen ins Kornhaus und anschließend zum Konzert des Duos von „Lappalie“. Es blieb nicht bei einem Duo, die Jugendlichen fragten nach gemeinsamem Singen und das wurde durch die tollen Leute von Lappalie prompt unterstützt. Sie gaben sogar ihre Instrumente an das begeisterte Publikum.

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Zum Abschluss waren neben unseren begeisterten Jugendlichen auch viele der Mitstreitenden und die Sponsoren des Austausches, wie Frau Schlöter von der VR Bank und die Molli GmbH sowie unsere Stadtpräsidentin Kati Hoffmeister eingeladen. Schön, waren die vielen Rückmeldungen der Jugendlichen, die sehr gern so einen Austausch fortsetzen würden und unsere gemeinsame Klostergeschichte weiterhin als ein verbindendes Band ansehen. Vor 750 Jahren gründete Herzog Sambor II. das Kloster Pelplin südlich von Danzig als Tochterkloster des Zisterzienserklosters Doberan aus Mecklenburg. Aus dieser historischen Wurzel haben sich über die Jahre enge, freundschaftliche Beziehungen zwischen den beiden Klosterstätten entwickelt.

Am Freitag wurden die polnischen Gäste mit einem Frühstück im Sportlerheim geweckt und haben viele Gedanken zum Austausch geteilt, Nachdem die Lunchpakete verteilt und die Zimmer aufgeräumt wurden, gingen wir zum Bahnhof, wo wir die polnischen Gäste herzlich aber traurig verabschiedeten. Wir hoffen, dass wir uns bald wiedersehen.

Der Rostock-Besuchstag am Mittwoch brachte unsere Gruppe zu einer Marien-Kirch- und Stadtführung in das Zentrum der Stadt, die Jugendlichen konnten anschließend bummelnd durch die Innenstadt ziehen und kümmerten sich selbst um ihr Mittagessen. Dann hatten wir eine hochinteressante Führung im Kloster zum Heiligen Kreuz, wo den Teilnehmenden die Verbindung der polnischen Prinzessin Margarete Samboria aus Pommerellen zur Klostergründung in Rostock bis zur Grablegung im Münster zu Doberan aufgezeigt wurde. Auch das Kloster mit seiner originalen Ausstattung war für unsere Besucher beeindruckend. Nach dem Abendessen im Sportlerheim, bestehend aus einem leckeren Burger-Büffet, wurde getanzt, Karaoke gespielt und gesungen.

Das Kloster als Erlebnisort lernten die Teilnehmenden am Donnerstag kennen. Nachdem die Gäste im Sportlerheim gefrühstückt hatten trafen sich alle gegen 10.00 Uhr im Münster und erhielten durch Martin Heider und der Münsterführerin Andrea Schneider eine Führung, die bis hinauf in das Dachgewölbe ging und ungeahnte Ausblicke ermöglichte.
Nach dem Essen in der Suppenküche der evangelischen Gemeinde Bad Doberans, auch hier ein herzliches Dankeschön für diese Möglichkeit, warteten die beiden Arbeitsgruppen „Garten“ und „Mühle“ des Klostervereins auf die Jugendlichen. In den beiden Workshops lernten die Jugendlichen, was man aus den Geschenken des Klostergartens Feines herstellen kann – frittierte Salbeiblätter, Kräuterwaffeln und Kräutersalz – und mahlten das Mehl in der Klostermühle im Wirtschaftsgebäude, das für das anschließende Pizzabacken gut gebraucht wurde. Die frischen, leckeren Pizzen kamen aus dem Holzbackofen hinter dem Kornhaus und bereicherten das bunte Büffet, das für unseren Abschluss gedacht war.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Beteiligten und Unterstützern, die diesen Austausch durch ihr Mitwirken ermöglichten:

Förderung: Finanziert und unterstützt wird die Begegnung maßgeblich durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW).
Ehrenamtliches Engagement: Die Mitglieder unseres Vereins und die Mitarbeiter des Kornhausvereins bringen jede Menge Eigenleistung und persönliches Engagement in die Gestaltung und Betreuung der Workshops und des gesamtes Austausches ein.
Sponsoren & Spenden: Die Molli-GmbH  und der Schülerverein des Gymnasiums unterstützen das Projekt durch Sponsoring. Eine großzügige Spende kommt von der Raiffeisenstiftung  der VR Bank.

Dieses Projekt zeigte, was durch ein gut verzahntes Miteinander von Vereinen der Stadt möglich ist. Bei diesen fünf Tagen ging es um mehr als ein reines Besuchsprogramm: Es ist ein gelebtes Stück Völkerverständigung. Der Austausch verdeutlicht einmal mehr, welche wichtige Rolle unsere historischen Klöster und ihre Geschichte auch heute noch für die Zukunft des Landes Mecklenburg-Vorpommern spielen.