Der Klostergarten geht in die Winterpause

12/12/2025

von Rita Rossmann & Claudia Pirch-Masloch

Die Aktiven der Arbeitsgruppe Doberaner Klostergarten blicken zufrieden auf ein lebendiges Gartenjahr 2025 zurück. Neben der üblichen Gartenarbeit mit Pflege und Hege der rund 60 Heilkräuter gab es einige Veränderungen und Neuerungen – und bereits viele Ideen für das kommende Jahr. Zu Beginn des Jahres legte Heide Walter, die die Gruppe jahrelang federführend begleitet hatte, die Verantwortung in die Hände von Rita Rossmann und Claudia Pirch-Masloch.

Auch in diesem Jahr kamen wieder zahlreiche Besucherinnen und Besucher, die sich an den Pflanzen und der gepflegten Anlage erfreuten. Seit dem Frühjahr können sich Gäste an zwei neuen, selbst gestalteten Pflanzentafeln über 24 Heilkräuter informieren – anhand von Bildern und Texten oder ausführlicher durch Einscannen eines QR-Codes.

Die neuen Tafeln wurden am 26. April 2025 enthüllt.  Mit dabei waren die stellvertretende Vereinsvorsitzende Antje Benesch, der Bürgermeister Jochen Arenz, weitere Vereinsmitglieder und interessierte Einwohnerinnen und Einwohner. Die Vertreterin der OSPA übergab dem Verein einen Fördermittelscheck über 1.500 Euro. Claudia Pirch-Masloch, die die Texte für die Infotafeln erstellte, erläuterte das Projekt und seine Umsetzung.

Am selben Tag fand die Pflanzenbörse vor dem Kornhaus statt, die jedes Jahr zum Kaufen und Tauschen von Pflanzen einlädt. Die AG Klostergarten war hier erstmals mit einem Stand vertreten und bot Ableger und Saatgut an, das erfreulich gut nachgefragt wurde.

Neuer Rhythmus, viel zu tun

Anfang Mai startete die eigentliche Gartenarbeit. Der bisherige monatliche Termin am zweiten Dienstag um 9:30 Uhr wurde um einen Nachmittagstermin ergänzt: jeweils am vierten Dienstag im Monat ab 17:00 Uhr. So haben auch Berufstätige die Möglichkeit, sich der AG Klostergarten anzuschließen.

Im neuen Zwei-Wochen-Rhythmus gab es reichlich zu tun: fehlende Pflanzen wurden ergänzt, Pflanzenschilder nach dem Hochkeimen der Kräuter neu verteilt, Ersatzschilder erstellt, das Marienbeet und die Gras-Bank mit Erklärungen versehen. Gartengeräte und Beetumrandungen wurden repariert, Beete und Wege von Beikräutern befreit. Außerdem wurde in diesem Jahr besonderes Augenmerk darauf gelegt, überwuchernde Pflanzen rechtzeitig zurückzunehmen – für ein gepflegteres Gesamtbild.

Ein großes Dankeschön …

… an Peter Masloch, der regelmäßig den Rasen rund um den Klostergarten kurz hält, den Vorplatz gemeinsam mit Joachim Rossmann von Beikräutern befreit und den Buchsbaumzünsler energisch zum Ausziehen bewegt hat.

… an Gerhard Winter, der die Brombeerhecke allen Dornen zum Trotz erneut in ein Spalier eingeflochten hat.

… an Joachim Rossmann, der den Brunnen vor dem Garten gereinigt und die Tauchpumpe eingesetzt hat – sodass das Brunnenwasser wieder zur Bewässerung genutzt werden kann.

… an Nicole Damisch, Kursleiterin in der Holzwerkstatt im Kornhaus, die den von der AG Klostergarten genutzten Abstellraum umgestaltet und neue praktische Ablageplätze geschaffen hat.

… an Christian Grosche, der den tatsächlichen Pflanzenbestand erfasst und in einem Gartenplan verzeichnet hat. Auf dieser Grundlage katalogisierte Claudia Pirch-Masloch die Heilkräuter in einer Excel-Tabelle, sodass sie künftig nach vielfältigen Kriterien sortiert werden können.

… und an alle nicht namentlich Genannten, die „ihre“ Heilkräuter über das Jahr hinweg liebevoll gehegt und gepflegt haben.

Neues aus dem Gartenjahr

Im Sommer hatte Gudrun Dietrich die Idee, jeden Monat eine Pflanze aus dem Klostergarten auf der Website des Klostervereins vorzustellen. Der Vorschlag wurde begeistert aufgenommen. Seit Juli 2025 wird dort jeden Monat ein „Heilkraut des Monats“ veröffentlicht – die Beiträge erhalten viel positive Resonanz. Auf der Website gibt es dafür eine Rubrik.

In der Herbstzeit wurden die Aktiven mit einer üppigen Ernte von Brombeeren und Äpfeln belohnt. Marmelade, Desserts und eingelagertes Winterobst waren das Ergebnis. Aus frühreifen Apfelsorten ließ Rita Rossmann Apfelsaft pressen, der bei der Weihnachtsfeier das Angebot erweitert. Auch Marmelade aus Früchten des Speierlings, nach alten Rezepten von Rita Rossmann hergestellt, waren dort zu verkosten.

Im Oktober traf sich eine kleine Gruppe, um die Ende August geernteten Lavendelblüten in Säckchen zu füllen und mit kleinen Zeichnungen zu verzieren. Fazit: Die Ernte soll im nächsten Jahr etwas früher erfolgen, kurz vor dem Ende der Blütezeit – dann ist der Duft noch intensiver.

Eine weitere Herbstaktion war die Beschilderung der Obstbäume rund um den Klostergarten. Der Pomologe Dr. Friedrich Höhne hatte die Bäume bereits im Vorjahr bestimmt; nun wurden die Schilder angebracht, ohne die Bäume zu beschädigen.

Aber auch das entspannte Miteinander ist wichtig! Im Juli fand traditionsgemäß ein sommerliches Treffen statt, zu dem jeder eine köstliche Kleinigkeit beisteuerte. Zum vorweihnachtlichen Miteinander trafen wir uns im nachbarschaftlichen Kornhaus und ließen das Jahr Revue passieren.

Ausblick auf 2026

Für das kommende Jahr gibt es bereits konkrete Pläne:

– Ein Flyer über den Doberaner Klostergarten, erstellt von Kathrin Engelmann, wird fertiggestellt.

– Im Februar findet ein Baumschneidekurs für die AG Klostergarten statt – der Vereinsvorstand übernimmt dankenswerterweise die Kursgebühr.

– Im April wird die Gartengruppe wieder aktiv dabei sein bei der Pflanzenbörse vor dem Kornhaus. Beim Arbeitstreffen im Januar 2026 wird festgelegt, welche Ableger, Saatgut oder kleine Aufmerksamkeiten wir anbieten können.

– Die handgefertigten Holzschilder, die über 20 Jahre alt sind, sollen erneuert werden; Fördermöglichkeiten werden geprüft.

Ein größeres Projekt wird im Rahmen eines Förderprogramms der Klima- und Umweltstiftung MV umgesetzt. Die AG Klostergarten erhielt hierfür 500 Euro.

Geplant sind:

Ergänzung des Baumbestandes durch die Pflanzung der Nummer 78 (Mispel) und Nummer 79 (Esskastanie) aus der „Liste der Bäume“ des Capitulare.

Anlegen eines Hochbeets gemeinsam mit dem benachbarten Jugendclub des Internationalen Bundes.

– Ein Pflanzfest im Rahmen der Klostertage.

– Zusätzliche Beschilderung der Obstbäume, um Besucherinnen und Besuchern mehr Wissen zu vermitteln.

– Regelmäßige Heilkräuterführungen.

– Der Bau von Kompostkisten, um eigene gesunde Pflanzerde herzustellen.

Die Gartenarbeit in dieser tollen Gruppe bereitet allen viel Freude. Und alle freuen sich schon darauf, wenn im neuen Jahr die ersten Spitzen aus dem Boden schauen und es wieder losgeht mit der gemeinsamen Arbeit im Klostergarten.

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