Fenchel – Ein Alleskönner im Kräutergarten
Hhmm, was duftet denn hier so aromatisch? Das ist der Fenchel – auch Brotanis, Fenikraut oder gerne Finkel genannt und im Lateinischen Foeniculum vulgare — mit seinem unverwechselbaren Duft. In unserem schönen Kräutergarten nimmt der Fenchel auf dem rechten Längsbeet, vom Eingang kommend, einen imposanten Platz ein. Mit einer Höhe von bis zu 2 m steht er dort und hält seine zarten, gefiederten Blätter in den Wind. Die kleinen gelben Blüten in einer Dolde locken zahlreiche Insekten an.
Für uns Menschen ist der Fenchel eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammend, ist er heute weit in Europa verbreitet. Er kam mit Karl dem Großen über die Alpen und wurde von ihm in das Verzeichnis der wichtigsten Kulturpflanzen aufgenommen. Den Zisterziensermönchen dürfte der Fenchel wohlbekannt und wahrscheinlich auch in ihrem Gepäck gewesen sein. Schon bei den römischen Kriegern wurde der Fenchel zur Gesundheitsversorgung genutzt, während die Damen ihn aßen, um der Dickleibigkeit vorzubeugen. Alle Teile der Pflanze sind ess- und nutzbar. Bei den Angelsachsen wurde der Fenchel sogar als heilig angesehen, da er vor Unglück schützen sollte.
In einem Klostergarten nicht wegzudenken, steht der Fenchel auch bei Hildegard von Bingen (1098–1179) mit seiner Verwendung als schleimlösendes Mittel im Vordergrund; bei Hieronymus Bock (1498–1554) gilt er vor allem als Mittel gegen Magenleiden und Gifte. Er schrieb: „Der Samen gesotten vertreibt die unnatürliche Hitz des Magens, hilft gegen Schlangenbiss und treibt aus andere Gifte.“
Bei uns sind heute drei Varietäten des Fenchels bekannt:
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a) der Knollenfenchel, der gern gekocht und gedünstet als Gemüse oder roh in Salaten verwendet wird,
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b) der süße Fenchel, dessen Samen als Tee oder in Saucen beliebt sind, an Brot- oder Fischgerichten genutzt werden oder dessen feingehackte Blätter über Salate gestreut werden können,
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c) der bittere Fenchel, der vorrangig in der Apotheke angeboten wird und aus dem das wertvolle Fenchelöl hergestellt wird.
Selbst für Säuglinge ist ein Teeaufguss aus den Fenchelsamen ungefährlich; er löst oft Bauchkrämpfe und wird bei Monatskoliken angewendet.
Hier nun ein Rezept, das in die leichte Salatküche gehört und allgemein auf große Beliebtheit stößt:
Fenchel-Trauben-Salat
Zutaten:
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5 EL Olivenöl oder Sonnenblumenöl
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40 g Walnusskerne
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1 Prise Salz
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400 g Fenchelknollen
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400 g blaue und grüne Weintrauben
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1 Birne (ca. 200 g)
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6 EL Orangensaft
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3 EL Weißweinessig
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1 TL Honig
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1 Prise Pfeffer
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½ Bund Schnittlauch
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200 g Feta (cremig)
Zubereitung: 1. Einen Teelöffel Öl in einer Pfanne erhitzen und die Walnüsse darin rösten, bis sie duften. Dann mit Salz würzen und abkühlen lassen. 2. Fenchel putzen und den Strunk keilförmig herausschneiden. Fenchelgrün beiseitelegen. Fenchel in feine Scheiben hobeln. Mit einer kräftigen Prise Salz in eine Schüssel geben und mit den Händen gut durchkneten. Weintrauben halbieren und entkernen. Birne halbieren und das Kerngehäuse herausschneiden. Birne in dünne Scheiben hobeln und sofort mit 2 EL Orangensaft beträufeln. 3. Essig, restlichen Orangensaft, Honig und restliches Öl mischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Schnittlauch in feine Röllchen schneiden. Fenchelgrün grob hacken und beides mit dem Fenchel vermischen. 4. Fenchel, Birnen und Trauben auf eine Platte geben und mit der Vinaigrette beträufeln. Walnüsse und zerbröckelten Feta darüberstreuen und servieren.
Guten Appetit und wohl bekomm’s!


