Der Klostergarten hat Besuch vom Verein Tandem-Hilfen e.V. aus Berlin
Von Peter Masloch
Am 20.05.2026 besuchte der Verein Tandem-Hilfen e.V. auf einer Rundtour von Kühlungsborn nach Bad Doberan das Klostergelände und damit auch den Klostergarten. Die Gruppe bestand aus 30 Menschen, verteilt auf ganz Deutschland.
Sinn des Vereins, angelehnt an die Blindenschule in Berlin-Steglitz, ist die Ermöglichung von Fahrradtouren für Menschen mit Handicaps unter Hilfestellung durch einen Menschen ohne Handicap – auf einem Tandem.
Besucht haben uns Menschen mit Erblindung, stark eingeschränkter Sehfähigkeit und – in einem Fall – Taubblindheit (hier wurden die Informationen durch den Begleiter per Blindensprache in die Hand geschrieben).

Nach der ersten Besichtigungs-Station der Gruppe, dem Doberaner Münster, gab es von mir beim Weg durch den Obst- zum Klostergarten erste Erklärungen zu den verschiedenen Gartenformen in Zisterzienserklöstern.
Die Frage, die ich mir vor der Führung gestellt hatte: Wie erklärt man einem blinden Menschen einen Kräutergarten? Ich zielte auf die verbliebenen Sinne ab, indem ich vorab von 3 Kräuterarten – Lavendel, Katzenminze und Salbei – Blätter abpflückte und in getrennten Schalen aufbewahrte.
Nach einer kurzen Begrüßung ließ ich alle Teilnehmer – begleitende wie gehandicapte – im Wechsel je ein Blatt aus einer Schale nehmen und darüber diskutieren, um welches Kraut es sich handelte. Tast-, Geruchs- und Geschmackssinn wurden eingeschaltet, der Bezug zum Kräutergarten war hergestellt. Es entstand ein lebendiger Austausch, der die komplette Gruppe aktivierte.
Dann kam der große Regenschauer: Schlauerweise hatte ich eine Schlechtwetterlösung vorbereitet im direkt an den Klostergarten angrenzenden Jugendklub.
Herzlichen Dank hier an Levke-Sofie Escher vom IB-Jugendclub, die vorab mit mir einen Raum für den Schlechtwetterfall vorbereitete. So konnte das im Freien auf der Wiese vorbereitete Kuchenbuffet eilig unter Dach ziehen und die Gruppe saß im Trockenen.

Meine wohlformulierten Vortragsgrundlagen schmiss ich über den Haufen und referierte 20 Minuten frei über Kloster, Garten, Mönchsleben und historische Grundlagen. Der Starkregen außerhalb störte nicht weiter und endete pünktlich mit dem Ende des Vortrags. So konnte ein großer Teil der Gruppe noch einmal in den Garten und das Gehörte bildlich umsetzen.

Besondere Beachtung fand der Altländer Pfannkuchenapfel wegen seiner Lagerfähigkeit – er wird sich wahrscheinlich demnächst im einen oder anderen Garten wiederfinden.
Mit Ruhe und Routine wurden die Tandems gesattelt und pünktlich fuhr die Gruppe zum historischen Bahnhof ab, da die Rückfahrt mit dem Molli um 16:00 Uhr nach Kühlungsborn geplant war.

Es war ein sehr intensives Erlebnis, da die Aufmerksamkeitsverteilung eine völlig ungewohnte und damit fordernde war.
Ein besonderer Gruß geht an Heike Bendel (und Ihren Hund Kleo), die mit bewunderungswürdiger Ruhe und Übersicht aus dem Hintergrund den Besuch lenkten!
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