Bautagebuch Januar / Februar

23/02/2026

von Dirk Emmerich & Sabine Krahn-Schulze

Es ist ein ungewöhnlich langer und harter Winter für unsere Region. So viel Schnee gab es zuletzt vor vielen Jahren – Außenarbeiten am Wirtschaftsgebäude sind unter diesen Bedingungen aktuell kaum möglich. Dennoch wird gearbeitet. Dazu gleich mehr.

Zunächst jedoch zu einem anderen Thema, das uns alle bewegt. 

Der aktuelle Zeitplan: Ziel 2028

Aufmerksame Leser des Bautagebuchs wissen: Das Dach war ursprünglich früher geplant. Doch die Sanierung ist komplexer als gedacht. Neben dem kritischen Zustand der Substanz sorgen seit 2022 verschärfte bautechnische Auflagen und strenge denkmalpflegerische Vorgaben für Verzögerungen. Jeder neu entdeckte Schaden muss bewertet und in die Planung integriert werden, was die Kosten steigen ließ. Der bisherige Finanzierungsrahmen von 8,1 Millionen Euro reicht nicht mehr aus. 

Trotz dieser Hürden halten die Stadt und der Klosterverein am Ziel des Wiederaufbaus fest.

Im Januar 2026 bekannte sich die Stadt klar zur Fertigstellung des ersten Bauabschnitts. Fenster und Türen sind wieder im Plan enthalten. Es wäre kaum vermittelbar, ein Gebäude mit neuem Dach, aber offenen Öffnungen zu hinterlassen.

  • Zieltermin: Abschluss des ersten Bauabschnitts bis Ende 2027/2028.
  • Nutzbarkeit: Ab 2028 soll das Gebäude teilweise für Veranstaltungen (inkl. Sanitäranlagen) nutzbar sein.
  • Finanzierung 2026: Die Maßnahmen für das laufende Jahr sind durch bereits erfolgte Ausschreibungen abgesichert.

Um das Ziel 2028 zu erreichen, klafft jedoch noch eine finanzielle Lücke, die geschlossen werden muss.

  • Staatliche Fördergelder. Die öffentlichen Kassen sind klamm. Jeder, der die aktuellen Nachrichten verfolgt, weiß das. Dennoch führt Bürgermeister Jochen Arenz Gespräche auf unterschiedlicher Ebene und steht im direkten Kontakt mit der Landesregierung, um alle Möglichkeiten weiter auszuloten. Es handelt sich um den Wiederaufbau eines Gebäudes von nationaler Bedeutung.
  • Parallel zur staatlichen Förderung intensiviert der Klosterverein seine Bemühungen:
    • Gezielte Akquise: Mit einer neuen Broschüre sprechen wir gezielt Stiftungen und Großspender an. Statt nach dem Gießkannenprinzip vorzugehen, konzentrieren wir uns auf Partner, deren Förderschwerpunkte exakt zu unserem Projekt passen.
    • Spendenaktionen: Parallel dazu werben wir unter dem Motto „Für neues Leben unter neuem Dach“ um Unterstützung für konkrete Teilprojekte, wie etwa einzelne Fenster.

Im Moment gilt die volle Konzentration der Vollendung des ersten Bauabschnitts, während parallel bereits die Weichen für den weiteren Innenausbau ab 2028 gestellt werden.

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Zurück zur Baustelle, sie ruht trotz des Winters nicht. Sofort springen die Abstützungsarbeiten der Ostwand ins Auge. Hier wurden Spannschlösser und Anker eingebaut, um die bereits seit dem 17. Jahrhundert neigende Außenwand zu sichern. Diese Maßnahme ist essenziell, um die mittelalterlichen Gewölbe des östlichen Seitenschiffes zu halten und die Wand für das neue Dach vorzubereiten. Stellenweise ist das Mauerwerk bis zu 17 Zentimeter nach außen gekippt. Wir haben darüber hier im Bautagebuch berichtet.

Der Anschluss an das Mühlendach ist endlich repariert. Hier gab es immer wieder Wassereintritt, der zu Schimmel- und Schwammbildung geführt hat. Ein großes Kompliment gilt den Männern der Firma Dorsch um Polier Lars Ohlrich. Auch wenn man sich an sechs Wochen Minusgrade nie ganz gewöhnt – sie halten durch, sehnen aber wie wir alle den Frühling herbei.

Auch im Inneren herrschen erschwerte Bedingungen: Bei Dauerfrost gefriert das Wasser in den Kübeln sofort. Um Mörtel und Beton für die Fundamente der Mittelwand anzurühren, muss frisches Wasser mühsam aus dem Kornhaus geholt werden.

Die Meteorologen haben für die letzten Tage im Februar ein Ende der langen Winterperiode angekündigt. Wenn die Temperaturen wieder dauerhaft zweistellig sind, wird das neuen Schwung bringen. Alle Beteiligten lassen nicht nach, um das große Ziel zu erreichen, auch wenn es später wird, auch wenn es Hürden gibt.