Bautagebuch Update März
von Dirk Emmerich
Der Frühling ist endlich da – und mit ihm die Sonne. Es war wirklich ein langer Winter in diesem Jahr. Die Teams vom Bauhof Dorsch haben zwar auch in den letzten Wochen unermüdlich gearbeitet, aber mit dem Frühlingserwachen kehrt spürbar neue Energie auf die Baustelle zurück. Es passiert gerade eine ganze Menge.
Wer in den letzten Tagen unterwegs war, konnte einen LKW mit einem Mast beobachten. Das ist eine Betonpumpe, die den Beton in Schläuche pumpt, über die er in die vorbereiteten Verschalungen abgelassen wird.
Im Bauprotokoll vom 17. Februar klang das im Fachjargon noch so:
„Die einseitige Schalung sowie die Bewehrungsarbeiten für die vorgenannten Bauteile wurden abgeschlossen. Sobald die erforderliche Frostfreiheit gegeben ist, wird die Schalung geschlossen und die Bauteile werden betoniert. Die Bewehrungsabnahme hat stattgefunden. Die Betonierarbeiten sind für ca. Mitte März geplant.“
Genau an diesem Punkt stehen wir jetzt, dieser Text entsteht am 17. März.


Hier draußen wird zudem weiter an den Arkaden gearbeitet. Wie wir letztes Jahr ausführlich berichteten, müssen fast alle Arkaden weiter einzeln abgetragen und die Steine begutachtet werden. Anschließend werden sie mit einer Mischung aus historischem Bestand und – dort, wo es nicht anders möglich ist – neuen Steinen wieder aufgebaut.
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Im Mühlenflügel wurde wie geplant die Wand zwischen der Eingangshalle und der Backhalle entfernt. Dadurch ist ein beeindruckender, fast majestätisch wirkender Raum entstanden. Natürlich liegt der Gedanke nahe, diese Offenheit beizubehalten. Wäre eine neue Zwischenwand nicht verzichtbar? Oder könnte man die Großzügigkeit vielleicht durch eine riesige Glaswand erhalten? So verlockend diese Ideen sind: Die neue, robuste Zwischenwand ist aus statischen Gründen zwingend erforderlich – hier gibt es keine Alternative.
Immerhin – wir hatten darüber berichtet – wird sie aber vier Fenster bekommen, damit von einem Raum in den anderen schauen kann.


Nur wenige Meter weiter steht der Gewölberaum im Fokus – beziehungsweise die Ebene darüber. Hier wurden nun die sieben Meter langen und 400 Kilogramm schweren Stahlträger eingezogen. Ihre Aufgabe ist es, eine weitere Neigung der Außenwand zu verhindern und das gesamte Gebäude zu stabilisieren. Die Träger wurden fest in den Wänden verankert. Ursprünglich gab es die Überlegung, geteilte Träger zu verwenden und diese in der Mitte zu verschrauben, doch dieser Plan wurde zugunsten der massiven, durchgehenden Variante verworfen.
Sobald alle Stahlträger sitzen und die Ebene stabilisiert ist, erhält die Gewölbehalle im nächsten Schritt einen provisorischen Boden. Das erleichtert die Logistik und Sicherheit bei den weiteren Arbeiten erheblich. Durch die Verankerung ist es bereits gelungen, die abfallende Außenwand in Richtung Kornhaus „zurückzuziehen“. Die Stahlseile, die im oberen Teil des Fotos zu sehen sind, waren anfangs straff gespannt. Nun hängen sie leicht durch – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Maßnahme wirkt.

Im Raum darunter wurde leider eine Altlast entdeckt. Wieder eine dieser unangenehmen Überraschungen, die niemand auf dem Zettel hatte: alte Teerpappe, vermutlich aus den 1970er Jahren, mit dem typisch stechenden Geruch. Die Teerpappe könnte Asbest enthalten, auf jeden Fall aber krebserregende PAK-Kohlenwasserstoffe (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe). Die gesamte Pappe muss nun aufwendig als Spezialabfall entsorgt werden.
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Zum Schluss noch ein Wort zur Finanzierung.
Wir haben vor einem Monat darüber berichtet, dass eine Finanzierungslücke gibt. Sowohl die Stadt als auch wir im Klosterverein arbeiten intensiv daran, diese zu schließen. Aber das wird nicht einfach. Sie Stadt Bad Doberan wird erstmals einen Haushalt mit einem Defizit beschließen. Bis 2029 fehlen jedes Jahr vier Millionen Euro.
Bis Ende 2026 reicht das Geld für die weitere Sanierung, alles kann planmäßig durchgezogen werden. Anschließend muss man sehen, wie es weitergeht. Möglicherweise müssen wir in kleineren Bauabschnitten denken, was die Gesamtdauer verlängern würde. Unser großes Ziel bleibt dennoch fest im Blick: 2028 soll das neue Dach fertig sein.
