Jahresmitgliederversammlung des Vereins

11/04/2026

von Dirk Emmerich

Die Vereinsvorsitzende Sabine Krahn-Schulze begrüßte rund 40 Mitglieder des Vereins und übergab zunächst das Wort an Bürgermeister Jochen Arenz und Stadtpräsidentin Katy Hoffmeister, die beide selbst Vereinsmitglieder sind. Beide würdigten die Arbeit des Klostervereins und das große Engagement bei den Arbeiten zur Sanierung des Wirtschaftsgebäudes.

Herausforderung Wirtschaftsgebäude

Jochen Arenz informierte darüber, dass für die Vollendung des ersten Bauabschnitts aktuell 1,8 Millionen Euro fehlen. Die ursprünglichen Kosten sind aufgrund des baulichen Zustands der Ruine, der erst im Zuge der Sanierung immer deutlicher wurde, kontinuierlich gestiegen. Jeder neu entdeckte Schaden muss bewertet und in die Planung integriert werden. Hinzu kommen seit 2022 verschärfte bautechnische Auflagen.

Der bisherige Finanzierungsrahmen von 8,1 Millionen Euro reicht nicht mehr aus. Erschwert wird die Situation durch eine neue finanzielle Strukturplanung im Land: Die Kommunen müssen nun unter anderem die Finanzierung der kostenlosen Kitas stemmen, was bislang das Land trug. Dadurch rutscht die Stadt Bad Doberan erstmals in einen defizitären Haushalt mit Schulden in Höhe von 3,5 Millionen Euro.

Dennoch steht die Stadt zum Projekt: Das Ziel bleibt fest im Blick – bis 2028 soll das neue Dach fertiggestellt sein. Für uns als Klosterverein ist diese Zusage Ansporn und Bestätigung zugleich. „Gemeinsam schaffen wir das“ – dieses Credo von Stadt und Verein wurde von den Mitgliedern mit viel Beifall aufgenommen.

 Tätigkeitsbericht

In ihrem Tätigkeitsbericht informierte Sabine Krahn-Schulze über die Schwerpunkte seit der letzten Versammlung. Mit aktuell 208 Mitgliedern wächst der Verein stetig. Die Altersgruppe der 61- bis 70-Jährigen bildet mit 39 % das Rückgrat des Vereins, weshalb sich der Vorstand künftig verstärkt um eine Generationsverjüngung bemühen möchte.

Die Arbeit der Arbeitsgruppen (AGs):

  • AG Klostermarkt: Der Markt (nächster Termin: 6.–7. Juni) ist mit rund 7.000 Besuchern die größte Veranstaltung der Stadt. Dank der Arbeit von Reinhard und Eva Firzlaff hat der Markt eine enorme überregionale Ausstrahlung und ist unser wichtigstes Spendenevent unter dem Motto „Neues Leben unter neuem Dach“.

  • AG Backhausmühle: Ein wahrer Besuchermagnet! Allein am Mühlentag besuchten 941 Menschen die Mühle. Insgesamt über das Jahren wurden 3.500 Besucher gezählt, die zusammen 4.000 Euro spendeten. Ein besonderer Dank gilt Obermüller Rainer Fourmont und Müller Ralf Schulz.

  • AG Forschung: Paul Nebauer und Dietmar Schulze erschlossen mittelalterliche Schriften im Partnerkloster Pelplin (Polen). Das Partnerkloster Pelplin spielte aber auch an anderer Stelle noch eine wichtige Rolle. Organisiert vom Klosterverein und vom Kornhausverein fuhren im Juli 14 Jugendliche des Friderico-Francisceum-Gymnasiums (FFG) nach Pelplin. Kathrin Engelmann hat dies federführend organisiert und durchgeführt. In diesem Sommer folgt der Gegenbesuch von Jugendlichen aus Polen.

  • AG Öffentlichkeitsarbeit: Mit 57 Blog-Beiträgen, acht Newslettern und einem starken Instagram-Account bleibt der Verein präsent. Antje Benesch berichtete über den großen Erfolg des digitalen Bautagebuchs.

  • AG Planung und Projekte: Prof. Dr. Thomas Römhild arbeitet mit seiner AG weiter an Plänen für die künftige Nutzung des Wirtschaftsgebäudes und eine neue Präsentation der Ausstellung im Münster. Eine neue Hochglanzbroschüre soll gezielt Sponsoren ansprechen.

  • AG Vorträge: Die Doberaner Klostertage im September werfen ihre Schatten voraus. Bereits im letzten Jahr wurde hervorgehoben, dass durch die professionelle Vorbereitung durch Oberkirchenrätin i.R. Petra Wallmann die Qualität der Veranstaltung spürbar gestiegen ist. Großen Zuspruch gab es im letzten Jahr für die fünf öffentlichen Vorträge, die meist im Gymnasium stattfanden. Auch die Planung für dieses Jahr ist bereits abgeschlossen. Überlegungen, dafür künftig Eintritt zu verlangen, werden weiter verfolgt, stehen im Moment aber nicht auf der Tagesordnung.

  • AG Klostergarten: Die AG hat unter der Leitung von Claudia Pirch-Masloch und Rita Rossmann das Vereinsleben gewaltig bereichert. Es gibt neue Infotafeln zu den Pflanzen und seit Sommer letzten Jahres auch eine neue Rubrik auf der Website: „Heilkraut des Monats“. Unbedingte Leseempfehlung – da gibt es viel zu entdecken und zu lernen.

v.l.n.r. Reinhard Firzlaff, Rainer Fourmont, Paul Nebauer

v.l.n.r. Antje Benesch, Rita Rossmann, Prof. Dr. Thomas Römhild, Petra Wallmann

Haushalt und Entlastung

Zum Abschluss wurde der Haushaltsbericht für das vergangene Jahr sowie die Planung für 2026 vorgestellt. Die Kassenprüfer mahnten bei der Belegführung zu noch mehr Sorgfalt, bestätigten aber insgesamt eine ordnungsgemäße Führung. Der Vorstand wurde daraufhin einstimmig entlastet.

Mit Zuversicht und Tatendrang geht der Verein nun in das neue Geschäftsjahr. Jetzt gilt es: Auf ein Neues!