Neuer Besucherrekord beim Doberaner Klostermarkt

07/06/2026

von Dirk Emmerich

Das Wetter hat mitgespielt. Der Freitag-Nachmittag hatte allen zunächst einen gehörigen Schreck eingejagt. Da waren die Aufbauarbeiten noch in vollem Gange. Es gab mehrere Starkregen-Schauer und wir waren in Sorge, dass sich das wiederholen könnte. Das hat es aber nicht. Zum Glück. Und allen ging durch den Kopf: Eigentlich ist das Wetter doch immer gut zum Klostermarkt. Am Samstag hat das am Ende durchgehend geklappt, am Sonntag nicht ganz. Da gab es am Himmel mehr Wolken als Sonne. Aber das hat niemanden abgehalten, auf den Markt zu kommen.

Mit über 7.000 Besuchern wurde die Zahl des letzten Jahres noch einmal übertroffen. Wahnsinn! Das ist eine großartige Bestätigung für den Markt, der nun bereits zum 15. Mal stattgefunden hat.  Seit Jahren ist es ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Stadt Bad Doberan.

„Die vielen Besucher sind nicht nur Bestätigung für unser Wirken sondern zugleich auch eine große Motivation für uns als Verein. Wir freuen uns sehr, dass hier über die Jahre eine ganz besondere Atmosphäre entstanden ist – eine, die nicht nur die Besucher, sondern auch die Schausteller und Handwerker schätzen“, so Vereinsvorsitzende Sabine Krahn-Schulze unmittelbar nach Abschluss des Marktes.

Am Samstag kurz vor 10:00 Uhr ging es los. Magistratus Jochen sprach ein Grußwort der Stadt, Marktschreier Gerd verlas die Marktordnung und Oberin Sabine dankte allen beteiligten Marktkaufleuten für die Vorbereitung. Auch Pastor Volkmar Seyffert bedankte sich bei allen und wünschte zwei wunderbare Tage auf dem Gelände des Doberaner Klosters. Der Markt war damit offiziell eröffnet.

Bereits in der ersten Stunde des Marktes herrschte großer Andrang.

Die Stimmung unter den Besuchern, Schaustellern und Handwerkern war hervorragend. Mittelalterliches und klösterliches Handwerk, Kinderspiele, Märchenerzähler und handgemachte mittelalterliche Musik… Auch in diesem Jahr gab es wieder über 60 Stände…. Schauen, kaufen, miteinander reden oder sich einfach nur inspirieren lassen… Dazu gab es Schwein am Spieß, Bratwürste aller Art (besonders die französischen waren echt lecker) Craftbiere, Pastagerichte, Bauernhof-Eis, Kaffee, Kuchen und anderes mehr.

Und jetzt lassen wir hier einfach die Bilder sprechen, die drücken mehr aus als weitere Worte.

Die Mittelalter-Band Wolgemut begleitete das Marktgeschehen mit handgemachter Musik und Artistik. Wolgemut – das sind farbenfrohe Kostüme, muntere Spielfreude und gute Laune. Die seit 25 Jahren aktiven Berliner Musiker hatten ihren Bandnamen passend gewählt, denn „Wolgemut“ ist ein alter Begriff für „gut drauf sein“.  Ihre positive Energie übertrug sich schnell auf alle Gäste und inspirierte schnell zum „wohlgemuten“ Mittanzen.

Auch die jüngsten Besucher hatten garantiert Spaß. Ponnyreiten war eines der Angebote, die an beiden Tagen nachgefragt waren.

Neuer Besucherrekord auch in der Backhausmühle.

Und auch unser Klosterverein hat sich neben all den vielen Ständen mit zwei Extra-Angeboten präsentiert. Zum einen war die Mühle geöffnet und hat an beiden Markttagen Interessierte zu Führungen eingeladen. An beiden Tagen gab es neue Besucherrekorde. Am Samstag wollten sich 1.100 die Backhausmühle erklären lassen … so viele wie noch nie an einem Tag zuvor. Und am Sonntag wurde diese Zahl sogar noch einmal übertroffen – 1.228. Der Zuspruch war überwältigend. Die Müllerinnen und Müller waren begeistert. Alle anderen im Verein auch.

Und zum anderen haben Mitglieder der Klostergarten-Gruppe gerne in die Geheimnisse der Heilkräutern eingeführt, die alle auch im Klostergarten wachsen. Wer es an den beiden Tages des Klostermarktes nicht geschafft hat, da vorbeizuschauen, dem sei die Rubrik „Heilkräuter des Monats“ empfohlen. Dort gibt es immer Spannendes und Wissenswertes über Kräuter, die schon die Zisterzienser verwendet und kultiviert haben.

An unserem Vereinszelt standen Mitglieder des Vorstands zwei Tage als Gesprächspartner bereit. Viele Fragen drehten sich um den Fortschritt bei der Sanierung des Wirtschaftsgebäudes und auch darum, warum das alles so lange dauert. Wer unser Bautagebuch regelmäßig liest, weiß, dass sich vieles als komplexer darstellt, als bei Beginn der Sanierung angenommen. Das betrifft sowohl den Zustand des Bauwerks als auch immer wieder neue Vorgaben und Vorschriften, die beachtet werden müssen. Die Eintrittsgelder für den Klostermarkt fließen alle im Rahmen unseres Projekts „Für neues Leben unter neuem Dach“ in die weitere Sanierung des Wirtschaftsgebäudes. Vereinsvorsitzende Sabine Krahn-Schulze stellte auch eine neue Aktion vor: Wer wollte konnte auf dem Markt einen Stein des Wirtschaftsgebäudes gegen eine Spende mitnehmen. Keine Sorge, es handelt sich um Steine, die beim Wiederaufbau nicht mehr verwendet werden können. Unser großes Ziel bleibt fest im Blick: 2028 soll das neue Dach fertig sein.

In all den Jahren ist der Markt stetig gewachsen und ist inzwischen das größte Event der Stadt. Der Klostermarkt wird weiterhin nicht von einer professionellen Agentur organisiert, sondern von den Mitgliedern des Klostervereins in unermüdlicher ehrenamtlicher Arbeit. Stromanschlüsse, Bauzäune, Toiletten, Erste Hilfe, Auf- und Abbau unserer eigenen Zelte – es gibt unzählige Details zu bedenken. Federführend ist die AG Klostermarkt mit dem AG-Leiter Reinhard Firzlaff und der Marktleiterin Eva Firzlaff. 

v.l.n.r. Pastor Volkmar Seyffert, Vorsitzende des Klostervereins Sabine Krahn-Schulze, Marktleiterin Eva Firzlaff, Tourismus-Chef Roland Völker

Wir alle hatten einen Riesen-Spaß. Und als Verein ein bisschen auf die Schulter klopfen dürfen wir uns auch.

Auch dieses Jahr heißt es anschließend wieder: „Nach dem Klostermarkt ist vor dem Klostermarkt“. Natürlich wird es im nächsten Jahr einen 16. Doberaner Klostermarkt geben. Wann genau? Wir werden das rechtzeitig bekanntgeben.