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Kloster Doberan

Längst ist nicht nur den Fachleuten bekannt, welche herausragende Rolle die Backsteingotik insbesondere in der nordeuropäischen Architekturgeschichte spielt. Klosteranlagen, Stadt- und Dorfkirchen, Bürgerhäuser mit oft aufwändig gestalteten Schaufassaden – sie stehen für einen Stil, der den Ostseeraum prägte und ihm viele Bauwerke von überragender Qualität brachte. Gerade Mecklenburg-Vorpommern ist reich an derartigen kunst- und kulturhistorischen Schätzen. Einer der faszinierendsten findet sich in Bad Doberan: die dortige ehemalige Klosteranlage mit dem Münster als Krönung.

Was anno 1171 äußerst bescheiden mit gerade mal zwölf Mönchen und einem Abt in dem unwegbaren Ort nahe der Ostseeküste begann, entwickelte sich innerhalb zweier Jahrhunderte zu einem kulturellen, geistigen und wirtschaftlichen Zentrum von weit überregionaler Bedeutung. Die Idee, sich vom Alttag abzuwenden und sich freiwillig an einen Ort des Rückzugs zu begeben, sich Zeit zu nehmen, um innere Ruhe zu finden, wirkt auf viele faszinierend. Martin Ebert und Thomas Grundner haben das heutige Bundesland Mecklenburg-Vorpommern durchquert, sind dorthin gefahren, wo bis zur Reformation noch Mönche und Nonnen beteten und arbeiteten. Mit Sachkenntnis und Empathie stellen sie im Katalogteil dieses Bildbandes über 20 frühere Stätten christlichen Klosterlebens ausführlich vor und nennen zu weiteren etwa 30 Orten das Wichtigste in Kürze. Ein einführender Überblick thematisiert die Ursprünge des Mönchtums, die Geschichte der Christianisierung zwischen Ostsee und Havel, den allgemeinen baugeschichtlichen Hintergrund der Klöster sowie die verschiedenartigen Konzepte für ihre Nutzung in Gegenwart und Zukunft.

Ebert, M., Grundner, Th., Klöster (in Mecklenburg-Vorpommern), Hinstorff Verlag, Rostock 2009, ISBN 978-3-356-01333-7